Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Milch“ hören? Welche Bilder fallen Ihnen ein? Eine grüné Wiese mit glücklichen Kühen, die in aller Muße saftiges Gras fressen? Großmutters Mahnung, immer genug Milch zu trinken damit die Knochen nicht porös werden? Die Milchschnitte-, Kinder-Schokobons-, Kinder-Überraschungsei- und Joghurt-Werbung? Mit vor Energie strotzenden, aufgeweckten Kindern, die sich für Ihre Extra-Portion Milch erstmal ein „Schokobon“ in den Mund schieben? Wie fühlen Sie sich nach einem Tag mit Milchkaffee und Joghurt-Müsli zum Frühstück, einer Käsesahne-Sauce zu Mittag, einem Stück Sahne-Torte zum Nachmittags-Kaffee und einem Brot mit Käse zu Abend?
Ist es nicht so, dass wir uns — trotz der Propaganda von fitten, immer leistungsbreiten Menschen — zunehmend kränker fühlen? Im Allgemeinen mag unsere Lebenserwartung gestiegen sein. Massiv zugenommen haben aber auch Krankheiten wie Parkinson, Demenz und Alzheimer — die in immer jüngeren Jahren auftreten, ebenso wie Tumorerkrankungen, die mittlerweile Menschen aller Altersgruppen in steigendem Maße betreffen.
Haben Krankheiten wie Asthma, Mittelohrentzündungen, Hautausschläge, schwere Aufmerksamkeitsdefizite (ADS), Diabetes schon bei Kindern, Darmprobleme, Kreislaufattacken, Osteoporose, Neurodermitis, diverse Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten (nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen), tatsächlich einen gemeinsamen Nenner?
Könnte es sein, dass Milch, das moderne Allround-Nahrungsmittel, einen Anteil an dieser Entwicklung hat? Dass sie gar nicht so gesund ist, wie von der Werbung, Ernährungswirtschaft und –wissenschaft suggeriert wird?
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Wenn man sich in seinem Bekanntenkreis ein wenig umhört, so stellt man ziemlich schnell fest, dass unser Verhältnis zur Milch kaum reflektiert und leider fast ausschließlich von der Werbung bestimmt ist.
Daraus resultiert das gängige Motto:
Milch ist gut und gesund.
Doch warum ist dann die Osteoporosehäufigkeit in Ländern mit hohem Milchkonsum weltweit am höchsten, während Länder, die traditionell keine Milchländer sind (Japan, China), wenn überhaupt nur geringe Raten an westlichen, sogenannte Zivilisationserkrankungen verzeichnen?
Dieser Fragestellung widmet sich Maria Rollinger in ihrer 2004 zum ersten Mal veröffentlichten, sehr gut recherchierten und belegten wissenschaftlichen Arbeit mit dem provokanten Titel „Milch besser nicht“, auf das ich mich in diesem Artikel beziehen werde. Die Seitenzahlen der direkt oder indirekt zitierten Stellen gebe ich in Klammern an.
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Die Milch-Mythen
Maria Rollinger räumt mit einigen Milch-Mythen auf.
- Babys trinken Milch, es ist die erste Nahrung, die sie auf dieser Welt zu sich nehmen. Was für Babys gut ist, kann auch für Erwachsene nicht schaden.
- Milch enthält viel Kalzium, das ist wichtig für die Knochen und die Zähne.
- Ich vertrage Milch ganz gut, würde sie meinem Körper nicht gut tun, hätte ich Laktoseintoleranz.
- Milch macht schlank und beugt Übergewicht vor.
- Milch ist gesund.
- Milch ist ein natürliches Nahrungsmittel.
1.
Milch als mütterliche Urnahung für Mensch und Tier — soweit ist das korrekt. Milch ist ausschließliches und einziges natürliches Lebensmittel für den jeweiligen Nachwuchs — diese Tatsache führt offenbar zur kritiklosen Akzeptanz des immer weiter wachsenden Komsums von Milchprodukten auch im Leben von Erwachsenen. Ein Detail wird dabei übersehen bzw. trotz besseren Wissens übergangen:
Die Menschenmilch ist die Nahrung für das Menschenkind und die Kuhmilch ist die Nahrung für … ? Ganz genau, die Nahrung für das Kalb.
Dieser Punkt ist von ganz entscheidender Bedeutung, denn darin unterscheiden wir uns von allen anderen Säugetieren. Im Gegensatz zu uns, nehmen diese nach der Saugperiode als Heranwachsende und Erwachsende keine Milch mehr zu sich. Ihr Gesundheitszustand ist im Allgemeinen unter natürlichen Bedingungen hervorragend. Wir hingegen nehmen noch bis ins hohe Alter täglich Milchprodukte zu uns — jedoch keine der eigenen Spezies, sondern aus fremder Milch, überwiegend aus Kuhmilch.
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2.
Kalzium ist tatsächlich eines der wichtigsten Mineralien im menschlichen Körper. 99% davon befinden sich in den Knochen und den Zähnen. Doch was passiert, wenn wir Kalzium zu uns nehmen? Was macht der Körper damit? Diese Frage stellt sich leider kaum einer.
Kalzium spielt zusammen mit Magnesium eine wichtige Rolle in der Herzmuskelfunktion, es reguliert die Reizleistung zwischen Nervenzellen und ist an der Blutgerinnung beteiligt. (Die Blutgerinnung ist ein lebenswichtiger Mechanismus, da der Mensch sonst bei kleinsten Verletzungen der Haut oder der Organe verbluten würde.) Da der Körper Kalzium verbraucht, müssen wir kontinuierlich neues über die Nahrung aufnehmen. Nehmen wir zu wenig Kalzium zu uns, wird es aus den Knochen mobilisiert, was diese natürlich auf Dauer schädigt. Das leuchtet ein. Damit das nicht passiert, haben wir gelernt, müssen wir viel Milch trinken.
Tatsächlich enthält Milch viel Kalzium, 1200 mg pro Liter, um genau zu sein. Das ist sogar etwas mehr als von der DGE empfohlenen Tagesmenge von 900‑1000 mg für einen Erwachsenen. Also stimmt es: viel Milch = viel Kalzium!? Nein, die Addition ist nur allzu oberflächlich. Wir haben vergessen danach zu fragen, was passiert, wenn die Milch unseren Gaumen passiert. (157) Die einzige Frage, die in diesem Zusammenhang relevant ist, ist also:
wie viel dieses Kalziums kommt dem menschlichen Körper überhaupt zugute?
Der Körper verwendet im allgemeinen nur 30 – 40% des Nahrungskalziums — daraus wird kurzerhand abgeleitet, dass wir besonders viele Milchprodukte essen müssen. Und schon stellt sich die nächste Frage:
a) was passiert eigentlich mit den 60 – 70% des nicht verwerteten Kalziums, nachdem wir die vielen Milchprodukte gegessen haben?
und
b) wie funktioniert das mit der Kalziumresorption (Verwertung) eigentlich genau?
Was viele nicht wissen ist, dass der Kalziumhaushalt des Menschen nicht nur von der täglichen Kalziumzufuhr bestimmt wird, sondern auch von den Kalziumverlusten durch Harn– und Stuhlausscheidung. Milch, besonders Milchprodukte wie Käse, enthalten viel Eiweiß. Zu viel Eiweiß in der Nahrung führt zu hohem Kalziumverlust durch den Urin.
Auch einzelne schwefelhaltige Aminosäuren, die in Milch und Milchprodukten in hohen Konzentrationen vorkommen, sind für Kalziumverluste verantwortlich. Dazu gehört das Methionin, das besonders in Käse, Quark, Joghurt und anderen Sauermilchprodukten enthalten ist. Was sagt uns das? Unter anderem,
dass tierische Eiweißquellen (Milchprodukte, Fleisch, Eier) im Gegensatz zu pflanzlichen aufgrund des höheren Gehalts an schwefelhaltigen Aminosäuren und Natrium erheblich zu Kalziumverlusten beitragen. (159)
Rollinger beschreibt den Eiweißüberschuss-Kalziumverlust-Mechanismus (Hypercalciurie) wie folgt (160):
- Proteine/Aminosäuren sind Grundbausteine des Organismus, für jedes Leben notwendig. Der menschliche Körper kann jedoch Proteine bzw. Aminosäuren nicht über längere Zeit speichern, wie das bei Fett und Kohlenhydraten der Fall ist.
- Nicht verwertetes Eiweiß wird daher abgebaut und ausgeschieden.
- Dabei fungiert das Kalzium als Säureneutralisator.
- Denn beim Abbau von überschüssigem Eiweiß entstehen Abbauprodukte, wie z.B. Säuren, die zunächst das Säure-Basen-Gleichgewicht des Organismus beeinträchtigen. Es kommt zur vielbeklagten Übersäuerung des Organismus.
- Die entstandenen Säuren verbinden sich mit einem Neutralisator, meistens dem Kalzium, und werden zusammen mit ihm ausgeschieden.
- Ist nicht genug freies Kalzium vorhanden, mobilisiert es der Körper aus den Knochen.
- Auf diese Weise trägt ein dauernder Eiweißüberschuss zusammen mit einem nicht adäquaten Kalziumangebot aus der Nahrung zur Kalziumentleerung der Knochen bei.
Mittlerweile gibt es Hinweise dafür, dass die Menschheit eher an einem Magnesiummangel leidet, der von Kalzium-Überschüssen begünstigt wird. Milchprodukte enthalten im Vergleich zu Kalzium sehr wenig Magnesium. Zur optimalen Verwertung sollten Kalzium und Magnesiumimmer im Verhältnis 2 : 1 aufgenommen werden, was mit Milchprodukten nicht möglich ist, mit pflanzlichen Lebensmitteln jedoch durchaus.
Kalzium findet sich in pflanzlichen Produkten in für den Menschen vollkommen
ausreichender Menge und in einem idealen Kalzium-Magnesium-Verhältnis.
Zum Beispiel in in Sesam, Mandeln (z. B. in Form von Mandel“milch“, Mandelmus, usw.), Haselnüssen und Leinsamen, in grünem Gemüse und Wildgemüse wie z. B. Grünkohl, Löwenzahn, Gartenkresse, Brunnenkresse, Brokkoli, Fenchel, Mangold, Möhren und in vielen weiteren mehr. Kalziumreich sind außerdem Mohn, Kräuter und Küchengewürze (getrocknete Kräuter), Meeresgemüse, Brennnesseln, Kichererbsen (und andere Hülsenfrüchte), Trockenfrüchte (Feigen, Aprikosen), Sojamilch, Reismilch, Hanfmilch, Tofu und Tempeh.
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3.
Laktoseintoleranz ist zwar das deutlichste Zeichen, dass Milch einem wirklich nicht gut tut, aber man muss es nicht dazu kommen lassen. Fühlen sie nach dem nächsten Joghurt- oder Eisbecher genauer in sich hinein — läuft die Veraduung geschmeidig ab oder gibts ordentliches Grummeln, evtl. sogar Blähungen…?
Tatsache ist: Das beim Menschen in der Kindheit vorhandene spezielle Enzym zur Kaseinspaltung, die Chymase, ist im Erwachsenenalter nicht mehr vorhanden. Das heißt kurz gesagt, dass der Käse, den wir essen, wahrscheinlich nur halbverdaut den Darm passiert und damit auch das an ihn gebundene Kalzium.
Nur etwa 1/3 des Gesamtkalziums der Milch ist in gelöster Form vorhanden. Im Labkäse — also in fast allen Weich-, Schnitt- und Hartkäsen — liegt überhaupt kein freies Kalzium mehr vor, d. h. es ist fest an das Eiweiß gebunden.
Trotzdem wird Käse, besonderns Hartkäse, als hervorragende Kalziumquelle bezeichnet. Veröffentlichungen, die den Kalziumgehalt von Lebensmitteln aufzählen — auch wenn es sich um Publikationen aus dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich handelt, kann ich darum nicht ernst nehmen.
Darüber hinaus hemmt Laktasemangel bei den Betroffenen (etwa 15% der hiesigen Bevölkerung), solange sie Milchprodukte essen, die Kalziumresorption, die Folge ist chronischer Kalziummangel. (161f.)
Es kann also ein latenter Kalziummangel vorliegen, der durch reine Blutkalziumbestimmungen nicht festzustellen ist. Bei chronischen Darmentzündungen, anderen Malabsorptionserscheinungen und Nahrungsmittelallergien ist das oft entscheidend. Wird so ein verdeckter Kalziummangel nicht diagnostiziert, so zeigen sich die Folgen erst auf lange Sicht und werden dann fataler Weise auch nur selten in Zusammenhang mit der Grunderkrankung gebracht. (163)
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4.
Milch, die natürliche Nahrung für junge Säugetiere, die wachsen und Gewicht zulegen sollen, enthält, wie schon angedeutet, neben Kalzium auch viel Eiweiß, dazu kommen Wachstumshormone, Kohlenhydrate und Fett. Alles zusammen genommen drüfte Milch trotz des Kalziumgehalts eher der Gewichtszunahme förderlich sein als umgekehrt. Der Umkehrschluss -
gestörte Kalziumresorption = Gewichtszunahme
normale Kalziumresorption = Gewichtsreduktion
ist in diesem Fall also nicht zulässig. Vielmehr müsste es heißen: Milch macht dick. Zwar führen Erkrankungen verursacht durch verdeckten Kalziummangel oft zu Gewichtsverlust und Diarrhöen, genauso kommt es aber auch häufig zu Übergewicht. Denn, obwohl die Betroffenen sehr wenig essen, nehmen sie immer weiter zu. Das wird normalerweise mit einer zu geringen Stoffwechselleistung erklärt, die Ursache des geringen Stoffwechselumsatzes wolle man aber offiziell nicht kennen, so Rollinger. Mittlerweile nehmen manche Forscher an, dass gerade die schlechte Kalziumresorption für das Übergewicht verantwortlich ist. (Umgekehrt kommt es bei ausreichender Kalziumzufuhr bei Mensch und Tier zu einer signifikanten Gewichtsabnahme durch schnellere Fettverdauung und Abbau des Fettdepots.)
Kalziummangel senkt die Körpertemperatur und erhöht die Fetteinlagerung in das Gewebe. Das würde auch erklären, warum viele übergewichtige Nahrungsmittelallergiker, sobald sie nach der Diagnose das entsprechende Nahrungsmittel meiden, abnehmen.
Eine aktuelle Studie der Harvard Medical School hat festgestellt, dass weder Milch nicht eine hohe Nahrungskalziumaufnahme das Osteoporoserisiko bei Frauen nach der Menopause reduzierten — der Reduktionseffekt ging allein vom Vitamin D aus, das in Milch fast nicht vorhanden ist. Übrigens ist das Vorhandensein von Vitamin D zur aktiven Kalziumresorption im Dünndarm Voraussetzung. Viele Menschen in unseren Breiten leiden unter einem latenden Vitamin D-Mangel, besonders schlimm ist es in den Wintermonaten: man kommt im Dunkeln zur Arbeit und geht im Dunkeln nach Hause. Das künstliche Licht auf der Arbeit hat aller Helligkeit zum Trotz nicht einmal annähernd den Effekt, den echtes Sonnenlicht in Verbindung mit Vitamin D hat. (164)
In diesem Sinne trägt der verbreitete Vitamin D-Mangel höchstwahrscheinlich viel eher zur allgemein schlechten Kalziumversorgung unserer Bevölkerung bei als die über die Nahrung aufgenommene Kalziummenge.
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5.
Milch besteht zu 87% aus Wasser und zu etwa 13% aus Trockenbestandteilen, letztere bestehend aus
4,8 % Milchzucker (Laktose),
4 % Fetten (Lipide),
3,5 % Eiweißen (Proteinen),
0,7 % Mineralstoffen und Enzymen, Hormonen, Fremdstoffen und Vitaminen,
die teilweise auch im Wasseranteil gelöst werden. Rollinger hebt heraus: dass die Enzyme und Hormone quantitativ zwar unerheblich scheinen mögen, aber ein erhebliches Wirkungspotenzial hätten, das jedoch bis heute nur unzureichend erforscht sei. (167)
Laktose
Laktose kommt in der Natur ausschließlich in der Muttermilch der verschiedenen Säugetiere vor. Sie ist ein so genannter Zweifachzucker (Disaccharid). Laktose wird durch das Enzym Laktase in ihre beiden Einfachzucker, Traubenzucker (Glucose) und Schleimzucker (Galaktose), gespalten, die den Jungssäugern als Nahrung dienen. Nach dem Abstillen lässt die Produktion des Enzyms langsam nach — daher wird es für den Darm nach und nach immer schwieriger Milch zu verdauen, bis schließlich im Erwachsenenalter keine oder nur noch eine geringe Menge des Enzyms produziert wird. (167)
Heute enthalten die Milchprodukte eine viel höhere Menge Milchzucker als früher und darüber hinaus wird er in Form von Milch– und Molkenpulver auch anderen Nahrungsmitteln zugesetzt, beispielsweise Quark, Joghurt, Käse, Eis und andere. Das Milchpulver enthät dabei bis zu 70% Laktose, womit sich die Trockenmasse der Produkte erhöht. Damit kann dann Wasser in den Produkten gebunden werden, das da nicht hineingehört.
Industriell hergestellte Milchprodukte enthalten also erheblich mehr Milchzucker als jene aus traditoneller Produktion. (Nebenbei: auch Bio-Milchprodukte werden oft mit Milchpulver verstärkt.) Da Laktose nur schwach süßt, ist es das ideale Füllmittel in industriell gefertigten Produkten. Als klassische Einsatzbereiche nennt Rollinger die Pharmazie und Metzgerei. So wird Laktose z.B. bei Pillen und Tabletten genauso wie in Schinken (damit er schön rot bleibt und etwas schwerer wird) eingesetzt. (168) In immer mehr Lebensmittel versucht man Laktose einzuschmuggeln: in Brot, Brötchen, Tiefkühlkost (Pizza, Pommes…), besonders Tiefkühlgemüse, in sämtlichen verarbeiteten Lebensmitteln, wie Saucen, Fischkonserven und Fertiggerichten, sogar im Pulverkaffee und der Getränkeindustrie. Die zusätzliche Untermischung von Milchbestandteilen in andere Milcherzeugnisse ist dabei völlig kennzeichnungsfrei! (168)
Galaktose
Galaktose ist ein Einfachzucker (Monosaccharid) und schmeckt kaum süß. In der Natur kommt sie haptsächlich in anderen Zuckern gebunden vor, in Laktose, Raffinose, Stachyose, Verbascose und in Dickungs– und Geliermitteln, wie Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl, Gummistoffe, Pectinstoffe, Carrageen und Algen. In allen verarbeiteten Lebensmitteln ist in der Regel einer dieser Zusatzstoffe zu finden. Die Hauptquelle ist aber der Milchzucker. (169)
Galaktose spielt eine große Rolle im Zell– und Gehirnstoffwechsel, was auch der Grund dafür sein könnte, dass die menschliche Muttermilch den höchsten Galaktosegehalt unter allen Säugetieren aufweist: Muttermilch ca. 3,7 g/100 g — Rohmilch Kuh ca. 2,5 g/100 g. Und weil Galaktose so wichtig ist, kann der Körper sie auch selbst herstellen — sie muss also nicht erst mit der Nahrung zugeführt werden. So hat man früher nur geringe Mengen Galaktose zu sich genommen. Mit der modernen Milchernährung jedoch, hat sich das radikal gewandelt und es ist anzunehmen, dass die heute zu verdauenden Mengen von Milch-Galaktose evolutionsgeschichtlich betrachtet praktisch unverdaulich sind. Jetzt nehmen wir Unmengen an Galaktose zu uns — in Form von Milchzucker. Ein Beispiel:
Ein Glas Milch (300 g) enthäkt ca. 8250 mg Galaktose, das entspricht etwa 82 kg Möhren oder 36 kg Tomaten.
Milchzucker wird im Dünndarm durch das Enzym Laktase in seine beiden Bestandteile gespalten, erst dann ist sie in ungebundener Form vorhanden. Freie Galaktose ist für den Körper nicht verwertbar. Sie muss erst in der Leber zu Glukose umgewandelt werden, was durch drei Enzyme passiert. Fehlt auch nur eines davon, kommt es beim Essen von galaktosehaltigen Nahrungsmitteln zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, da freie Galaktose sonst im Blut zirkuliert, wo sie Gift für den Körper ist. Die Folge sind unter anderem folgende Krankheiten:
- Ansammlung von Galaktikol in den Augenlinsen — Ausprägung von Katarakten (Linsentrübungen), z.B. Grauem Star
- Störungen des Nervensystems
- Störungen der Feinmotorik
- geistige Retardierung
- Ovarialstörungen — bis hin zu Unfruchtbarkeit bei Frauen (Galaktose greift die Keimzellen der Eierstöcke an)
- Ovarial-Krebs
Leider wird auch hier in der Regel dem Zusammenhang von Milchkonsum (= hoher Galaktosegehalt) und der Erkrankung keine Aufmerksamket geschenkt. Dabei gibt es Studien, die eindeutig belegen, dass die Unfruchtbarkeit umso höher ist, je höher der Milchkonsum ist. Laut einer neueren deutschen Studie zu Hodenkrebs, scheint Galaktose auch auf die Keimdrüsen der männlichen Hoden negativ zu wirken. (171f.) Übrigens enthalten auch laktosefreie Milchprodukte große Mengen freier Galaktose!
Milcheiweiß
Die Eiweiße der Milch bestehen zum einen aus Kaseinen (80% des Gesamteiweißes), zum anderen aus Molkenproteinen (20%). Neben Hühnereiweiß sind sie die häufigsten Verursacher von Nahrungsmittelallergien. Jede Muttermilch enthält Kaseine, die bei der Verdauung zu Kasomorphinen (auch Exorphine oder bioaktive Substanzen) abgebaut werden. Isst man also Produkte aus Kuhmilch, nimmt man die für Kühe artspezifischen Exorphine zu sich.
Allein diese Tatsache sollte genügen, um rege Zweifel zu wecken daran, ob artfremde Milch wirklich so optimal für unsere Ernährung ist. Insbesondere, weil ohnehin schon einige spiezifische Symptome mit den bioaktiven Substanzen der Milch in Verbindung gebracht werden, z.B. ADS bei Kindern, Depressionen und Autismus bei Erwachsenen. (178)
Hormone
Milch enthält neben verschiedenen Wachstumshormonen Sexualhormone, Hormone, die den Hypothalamus, den gastrointestinalen Bereich (Magen, Darm), die Schilddrüse und die Nebenschilddrüsen beeinflussen. Mittlerweile ahnt man etwas von der großen Wirkung, die Wachstumshormone entfalten könnten.
Das mag folgende Geschichte veranschaulichen:
In den 1980er Jahren hat die US-Firm Monsanto ein gentechnisch hergestelltes Rinderwachstumshormon zur Erhöhung der Milchleistung von Kühen entwickelt: das recombinante Bovine Somatotropin (rBST). Es sollte in den 1990er Jahren in den Industrieländern vermarktet werden. Im Rahmen der Zulassungsverfahren sollten in den USA, Kanada und der EU Wissenschaftler sich eingehender mit dem Thema befassen. Die Ergebnisse der Studien machten deutlich, dass rBST gravierend in den Stoffwechsel der Tiere eingreift und ihre Gesundheit schädigt. (Kanada und die EU haben die Anwendung von rBST 1999 endgültig verboten, während es in den USA schon Anfang 1994 zugelassen wurde.)
Das EU-Verbot stütze sich auf einen Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses für Tiergesundheit und Tierschutz (SCAWAH), den BST-Tier-Report. Darin wird die Bedeutung vor allem des Wachstumshormons IGFI (= insulin-linke growth-factor) dargestellt, dessen Bildung durch Verabreichung von rBST an Milchkühe verstärkt wird, was zur Steigerung des IGFI-Spiegels un der anderen Wachstumshormone in der Milch führt.
rBST-Verabreichung → erhöhtes IGFI → höhere Milchproduktion
Was kümmert mich irgendsoein Rinderhormon? Einiges! IGFI ist nämlich ein artübergreifendes Hormon und gerade das vom Rind und vom menschlichen Körper produzierte IGFI ist identisch. (190) IGFI ist im menschlichen Körper in den Zellen gebunden. Da sich durch Milchkonsum der IGFI-Spiegel erhöht, ist es bald im Stoffwechsel frei verfügbar. Die genauen Auswirkungen sind noch umstritten. Unbestritten hingegen ist, dass IGFI eine Schlüsselsubstanz beim Wachstum und bei der Ausbreitung von Tumoren ist. Das Wachstum fast aller (!) Tumorarten — insbesondere von Brust– und Prostatatumoren — wird damit in Verbindung gebracht. (191)
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Was viele auch nicht bedenken ist, dass die Milch heute nicht mehr die Milch ist, die unsere Eltern und Großeltern noch bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts konsumierten. Industriell hergestellte Milchprodukte essen wir erst seit den 1960er und 70er Jahren, also seit etwa 30 – 40 Jahren. Insbesondere in drei Bereichen hat es in diesem Zeitraum gravierende Veränderungen gegeben (86):
1. Keimflora der Milch
2. Fettgehalt
3. Eiweißgehalt
Keimflora
In firsch gemolkener Milch kommen wie überall in der Natur Keime vor, wobei die Milchsäurebakterien alle andern bei Weitem übertreffen. Das hat den Effekt, dass die Milch, wenn sie länger steht, erst einmal sauer wird und nicht faulig. Das ist eine Art milcheigener Selbst-(bzw. Faulnis-)schutz-Mechanismus. (86)
Da die Milch, die wir kennen, spätestens seit den 1970ern nicht mehr „frisch“ ist, sondern abgepackt tagelang im Supermarkt lagert, bevor sie bei uns auf dem Tisch landet, wird in diesen natürlichen Prozess eingegriffen. Die Molkereien müssen die Milch vor ihrer Verarbeitung tagelang als Flüssigkeit haltbar machen. Das geschieht durch Kühlung, wodurch die natürliche Milchsäurefermentation unterdrückt wird.
Gekühlte Milch ist aber der ideale Nährboden für Fäulnisbakterien (sog. psychothrope (Kälte liebende) Keime), die sich dann munter vermehren. Einige Arten dieser Keime überleben nicht nur die Pasteurisierung, sondern auch die Ultrahocherhitzung (UHT). Da die Milch vor ihrer Verarbeitung weder gerinnen, noch faul werden darf, wird die Gesamtkeimzahl der Rohmlich auf ein Minimum reduziert. So betrug der zulässige Keimzahlgehalt für Rohmilch in den 1970er und 80er Jahren noch 500.000 und wurde bis in die 1990er Jahre auf 100.000 Keime pro Milliliter gesenkt.
Dennoch kann man nicht sagen, dass die Milch heute keimärmer ist als früher. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Das liegt daran, dass der Einsatz von Melkmaschinen, neuen Melkständen und der Umstellung von Kannen auf Tanksammelwagen (die sich nicht vollständig reinigen lassen) statt zur Keimreduktion zu einer Rekontaminierung mit Keimen geführt hat. Zusammen mit der langen Lagerungszeit von zwei bis drei Tagen sind diese Techniken die Ursache für die Verkeimung von Rohmilch. (87f.)
Im Gegensatz dazu ist die von hand gewonnene und in saubere Eimer gefüllte Rohmlich relativ keimarm und ihre Keimflora besteht überwiegend aus Milchsäurebakterien. Die über Melkmaschinen gewonnene Milch ist trotz aller Hygiene und Desinfektion viel keimreicher und darüber hinaus auch reicher an somatischen Zellen — da maschinelles Melken zu chronischen Euterentzündungen führt. Auch die chronische Mastitis vieler Kühe und ihre Bekämpfung durch Antibiotika begünstigt die Veränderung der Keimflora. So wird letzen Endes die Keimflora der maschinell gewonnenen Milch von Fäulnisbakterien dominiert. (88)
Fettgehalt
Die Milch ist heute viel fetthaltiger als früher. Vor hundert Jahren lag der Fettgehalt der Milch bei 3 %, heute liegt er bei 4,2 %. In der Molkerei wird die Rohmilch zunächst vollständig in Rahm und Magermilch/Milchplasma getrennt, um anschließend auf einen beliebigen Fettgehalt eingestellt zu werden.
Neben der Quantität hat sich auch die Qualität des Fettes verändert. Denn das veränderte Futter (wenig Ballaststoffe, proteinreiches Kraftfutter und Maissilage, kein Wiesenfutter im Sommer) hat dazu geführt, dass sich die Zusammensetzung der Fettsäuren von mehr ungesättigten hin zu mehr gesättigten verschoben hat. (Gesättigte Fettsäuren gelten ernährungsphysiologisch als ungünstig.) Das hat vor allem ethisch nicht vertretbare Konsequenzen, doch dazu an anderer Stelle mehr. (90)
Eiweiß
Eiweiße gehören zu den Hauptbestandteilen der Milch. Durch Zuchtauswahl und gentechnologisch veränderte Kühe wird die Eiweißzusammensetzung speziell der Kaseine beeinflusst. In der Milch solcher Kühe sind mehr beta- und kappa–Kaseine enthalten, die die Käseverarbeitung– und ausbeute günstig beeinflussen. Auf diese Weise soll die Milchverarbeitung noch weiter rationalisiert werden.
Die Designer-Milch von Kappa-Kasein-Kühen, wie sie genannt werden, wird direkt in die Käserei geliefert. Niemand interessiert sich dafür, ob die Vermehrung dieser spezifischen Kaseine im Käse möglicherweise gesundheitsschädlich sind. (90f.)
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Rückstände und Schadstoffbelastung
In unserer Milch finden sich neben Tierarzneimittelrückständen (bspw. Antibiotika und Hormone), Pestiziden und Herbiziden, Rückständen von Desinfektionsmitteln (vor allem Chloroform) auch Schadstoffe wie z.B. Schwermetalle und PCB.
Antibiotika wird neben der Behandlung von Euterentzündungen (Mastitis) auch als Leistungsverstärker (obwohl verboten) eingesetzt, während Pestizide und Herbizide über das Futter in die Milch gelangen, genauso wie Schwermetalle und PCB. Und auch wenn die Verwendung von bestimmten schädlichen Substanzen bei uns verboten ist, so finden sie ihren Weg zu uns über Futter aus der sog. Dritten Welt.
Zwar gibt es mittlerweile für viele Rückstände und Schadstooffe Höchstmengenverordnungen, die von den Ländern überwacht werden. „Wie effektiv die Überwachung und die Kontrollen sind, zeigen die in regelmäßigen Abständen publik werdenden Lebensmittelskandale“, so Rollinger. (91)
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Milch und Zivilisationskrankheiten
Die zwischen November 2005 und Januar 2007 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) durchgeführte Nationale Verzehrstudie II untersuchte erstmalig bundesweit wie sich unser Ernährungsverhalten auf die Gesundheit auswirkt. Insgesamt wurden 20.000 Personen zwischen 14 und 80 Jahren befragt. Die Studie ergab vor allem eines:
dass das Hauptnahrungsmittel der Deutschen Milch und Milchprodukte sind.
Umso peinlicher ist, dass die Milch zugleich auf der Hitliste für Allergene ganz oben steht — und das bei einem angeblich für alle Menschen — unterschiedslos — so gesundem Nahrungsmittel!
Nach der neuen Regelung für allergene Substanzen aus dem Jahre 2005 sind Milchbestandteile, auch geringste Mengen, die in Nicht-Milchprodukten enthalten sind und die in Fertigpackungen verkauft werden, zu deklarieren. Wie die Hersteller die Milchbestandteile nennen, bleibt ihnen selbst überlassen, so finden sich z. B. Milcheiweiß, Molkeneiweiß, Kasein, modifizierte Milcheiweiße etc., Laktose oder Milchzucker sowie Milchbestandteile.
Dabei bleibt das Untermischen von Milchbestandteilen in Milchprodukte — also deren Trockmasseerhöhung mittels Untermischen von Milcheiweißen, Laktose usw. — deklarationsfrei. (282)
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Als Grund für Zivilisationserkrankungen wird gemeinhin der sogenannte „westliche Lebensstil“ verantwortlich gemacht, also: Stress, Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung. Ich will nicht bestreiten, dass sie tatsächlich eine Rolle dabei spielen, doch schaut man sich einmal das Leben in den sogenannten Entwicklungsländern, in Schwellenländern, in Japan und China an, dann fällt auf, dass es diese Faktoren dort ebenso gibt wie hier, ohne jedoch dieselben Krankheitsbilder zu erzeugen.
Es wird von allen Seiten immer mehr bezweifelt, dass sich die gravierenden Unterschiede zwischen den westlichen Industrie- und den eben genannten Ländern allein durch Lebensstilfaktoren erklären lassen.
Sucht man in den traditionellen Lebensgewohnheiten jedoch nach einem Faktor, der schichtübergreifend, gleichermaßen alle Völker dieser Erde betrifft, so stößt man unweigerlich auf den außerordentlich unterschiedlichen Milchkonsum, der jenseits der westlichen Hemisphäre nur gering bis gar nicht vorhanden ist.
Und bedenkt man außerdem, in welch kurzem Zeitraum sich die Milchindustrialisierung vollzog, erscheint es nur logisch, dass so eine radikale Nährstoffumstellung zu gesundheitliche Problemen führen muss. (117)
Darüber hinaus ist das Erstaunliche, dass unsere sogenannten Zivilisationskrankheiten in Ländern ohne (oder einem sehr geringen) Milch-/produktekonsum fast oder ganz unbekannt sind! Sie treffen die dortigen Menschen erst mit Übernahme vor allem unserer Ernährung.
Im folgenden möchte ich darum auf die Zusammenhänge zwischen dem Milch/-produkteverzehr und einigen Zivilisationskrankheiten etwas genauer eingehen.
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Milch und Diabetes
Besonders in Finnland und Kanada wurde in den letzten 20 Jahren fleißig der Zusammenhang zwischen Diabetes und Milchkonsum wissenschaftlich erforscht worden.
Sie haben unter anderem bestätigt, dass Kuhmilchkonsum im Säuglingsalter und in der frühern Kindheit das Risiko an Diabetes Typ I zu erkranken, erheblich erhöht. — Entsprechende Studien sind aus fast allen Milchländern von diversen Universitäten und Forschungsteams mit dem selben Ergebnis durchgeführt worden. — Nur die USA kann bisher keine eigenen Forschungen zu diesem Thema vorweisen, weist aber gerne die Milch-Diabetes-Studien anderer Länder pauschal zurück, ohne eigene Forschungsergenisse entgegenzusetzen.
Dennoch erkennen auch amerikanische Forscher als allerkleinsten gemeinsamen Nenner an, dass viele Patienten mit Autoimmunerkrankungen und höherem Diabetesrisiko auch erhöhte Antikörperwerte gegenüber spezifischen Kuhmilchproteinen aufweisen. (118)
Rollinger beschreibt den Milch-Diabetes-Zusammenhang so:
Bestimmte Molkeneiweiße (Serumalbumin, beta-Laktoglobulin), und bestimmte Kaseine gelten als Substanzen, die Immunreaktionen auslösen und damit das Risiko an Diabetes Typ I zu erkranken, erhöhen. — So hat z. B. das bovine Serumalbumin große Ähnlichkeit mit einem in der Bauchspeicheldrüse gebildeten menschlichen Eiweiß, das bei der Insulinproduktion eine Rolle spielt. (119)
Wird das Kleinkind nun mit Kuhmilch gefüttert, entwickelt es Antikörper gegen die fremden Eiweiße.
Die Antikörper (die es gegen das bovine Serumalbumin entwickelt) richten sich gleichzeitig gegen das eigene Bauchspeicheldrüseneiweiß, weil die Antikörper das bovine nicht vom menschlichen Eiweiß unterscheiden können.
Offensichtlich ist die Nahrungsaufnahme im Kleinkindalter für das spätere Risiko zu erkranken sehr entscheidend, was daran liegen könnte, dass sowohl Darm als auch Bauchspeicheldrüse erst Monate nach der Geburt voll funktionsfähig sind und vorher auf artfremde Eiweiße besonder kritisch reagieren.
Zwei neue Studien aus Skandinavien sprechen auch für den Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Diabetes Typ II.Die Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Trinkmilch, Käse und insbesondere Molke die Insulinausschüttung nach einer entsprechenden Mahlzeit gegenüber Fleisch, Fisch, Gluten und weißem Weizenbrot beträchlich erhöhen. (119)
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Milch und Multiple Sklerose
Auch der Zusammenhang zwischen Milch-Diabetes und Multipler Sklerose ist mehr als nur eine epidemiologische Hypothese. So sind im Jahre 2001 kanadische Forscher — bislang unwidersprochen — mit Studienergebnissen an die Öffentlichkeit getreten, die klar darlegen, dass Diabetes Typ I und Multible Sklerose (MS) immunologisch sehr ähnliche Erkrankungen sind, d. h. sie sind kaum voneinander unterscheidbar.
Bei beiden Erkrankungen erstreckt sich die Autoimmunreaktion sowohl auf die Bauchspeicheldrüse als auch auf das bei MS betroffene Nervengewebe.
Genauso sind in beiden Fällen Immunreaktionen auf Kuhmilchprodukte involviert.
Auch die immer zurückhaltenden Deutschen freunden sich langsam mit international diskutierten Thesen zur Milch- und MS-Problematik an. Selbst das Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried hält mittlerweile einen Zusammenhang zwischen einem mit der Milch aufgenommenen Kuhmilch-Eiweiß und einer bestimmten Form von Multipler Sklerose für möglich, sind aber noch zurückhaltend mit weiterführenden Forschungen. Auch Forscher haben Hemmungen davor, an alten Glaubenssätzen herumzuschrauben. (120)
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Epidemiologische Betrachtungen
Diabetes
Finnland hat den höchsten Milch- und Milchproduktekonsum (252 kg/Kopf in 2000) und hat gleichzeitig weltweit die höchsten Diabetesraten. Demgegenüber gehörte Spanien bis Ende der 1990er Jahre zu den EU-Ländern mit dem niedrigsten Milch- und Milchproduktekonsum (125 kg/Kopf in 2000) und hatte eine der niedrigsten Diabetesraten.
Übrigens ist schon seit Beginn der 1990er Jahre bekannt, dass die Diabetesraten parallel zum Milchkonsum in dem betreffenden Land ansteigen.
Multiple Sklerose
MS ist ohnehin hauptsächlich auf die sog. Milchländer beschränkt — auch hier gibt es, wie gesagt, eine Verbindung zum Milchkonsum.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Eine über Jahre angelegte Studie hat ergeben, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache in Finnland am höchsten und in Griechenland am niedrigsten sind. In griechenland werden noch weniger Milch- und Milchprodukte verzehrt als in Spanien. (120)
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass das Polymeal–Konzept — in dem es um die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen durch Ernährung geht — kein einziges Milchprodukt enthält. — Ein offenes Geheimnis?
Polymeal indes, beruht auf einer internationalen wissenschaftlchen Studie, mit der Lebensmittel gesucht wurden, die sich al protektiv gegenüber Herz-Kreislauferkrankungen gezeigt haben. Solche mit dem größten protektiven Effekt waren: Fisch, schwarze Schokolade, Obst, Gemüse, Knoblauch, Mandeln und mässiger (!) Weingenuss. (121)
Brustkrebs
WHO-Zahlen über die Brustkrebshäufigkeit weltweit decken sich mit denen über die Höhe des Milchkonsums. (122)
Ganz oben mit der stehen mit dem weltweit höchsten Milchproduktekonsum:
Dänemark, die Niederlande, Schweden, die USA, Belgien, Frankreich, Finnland, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Australien, die Schweiz, Neuseeland, Ungarn, Italien, Österreich und Norwegen,
gefolgt von den Ländern mit mittlerem Milchkonsum, den europäischen Mittelmeerländern:
Portugal, Griechenland, Spanien
und von Osteuropa:
Russland, Bulgarien, Polen, Rumänien,
gefolgt von Ländern, die langsam auf den westlichen Lebensstil umschwenken, z. B.:
Brasilien, Mexiko, Japan, Malaysia und die Philippinen,
gefolgt von Ländern mit immer noch sehr niedrigem Milchkonsum, wie:
Südafrika, Indonesien, China, Thailand, Indien, Südkorea, Syrien, Saudi-Arabien und der Iran.
Übrigens wird selbst im Ausland zur Kenntnis genommen, dass die Brustkrebsraten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR viel niedriger lagen und noch liegen (obwohl natürlich auch hier die Brustkrebsraten parallel zum höheren Milchproduktekonsum angestiegen sind) als in den Altbundesländern.
In Deutschland hingegen wird das öffentlich nicht diskutiert — denn dann müssten auch solche Fragen zu Lebensstil und Ernährung gestellt werden, die zu den größten Tabuthemen im Gesundheitsbereich gehören. (122)
Brust- und Prostatakrebs
Die englische Geochemikerin Jane Plant hat auf der Grundlage des Atlas der Krebssterblichkeitsrate in der Volksrepublik China und WHO-Statistiken die Brust- und Prostatakrebsraten innerhalb Chinas, Japans, Thailands und westlichen Ländern vergleichend dargestellt. Sie zeigen die überproportionale Häufigkeit der Erkrankungen in den westlichen Ländern gegenüber den asiatischen und innerhalb dieser Länder auch noch ein Stadt-Land-Gefälle in westlich orientierten Städten Asiens.
In China wird Brustkrebs umgangssprachlich als Reiche-Frauen-Krankheit bezeichnet, weil sich nur Wohlhabende westliche Nahrungsmittel leisten können (sie sind es auch die erkranken) — und dazu zählen vor allem Milch und Milchprodukte (genauer: Milch, Eiskrem, Schokoladenerzeugnisse und Käse), deren Konsum in bestimmten chinesischen wie japanischen Städten als „Ausdruck des westlichen Lebensstils“ stark zugenommen hat — was wiederum Milchprodukte als entscheidenden Faktor, als gemeinsamen Nenner, zu bestätigen scheint. (123)
Eine bereits im Jahre 2003 veröffentlcihte Studie aus Japan bestätigt außerdem den Zusammenhang zwischen den gravierenden Lebensstilveränderungen in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg und er parallel dazu gestiegenen Brustkrebshäufigkeit. Dabei spielten Milch und Milchprodukten laut der Studie eine entscheidende Rolle.
Auch eine ganze Reihe neuerer Studien u. a. von der Harvard–Universität, aus Großbritannien und Frankreich stellen erstzunehmende Beziehungen zwischen Prostatakrebs, Milch und Kalzium her. (123) Begründet wird das damit:
- Hohe Kalziumkonzentrationen im Blut unterdrücken die Bildung von Vitamin-D.
- Letzteres ist notwendig für eine Differenzierung gesunder Prostatazellen und trägt darüber hinaus zur Verhinderung von Zellwucherungen bei.
- Fehlt es, kann sich krankhaftes Zellwachstum gegenüber dem gesunden beschleunigen.
Über diesen Weg — Behinderung der Vitamin-D-Symthese — kann hoher Kalziumkonsum, z. B. durch viele Milchprodukte, zur Beschleunigung des Tumorwachstums bei Prostatakrebs beitragen. (124)
Das Euter der Kuh ist das der weiblichen Brust entsprechende Organ.
Jane Plant äußert sich in diesem Sinne zu Brustkrebs wie folgt (124):
Wenn Brustgewebe immer wieder in Flüssigkeit mit einem erhöhten Gehalt an einem Wachstumsfaktor gebadet wird, der von Natur aus eigentlich Personen weiblichen Geschlechts in der Pubertät signalisiert, Brüste zu entwickeln, und/oder die ein Hormon enthält, das von entscheidender Bedeutung für die Milchproduktion bei Säugetieren ist, ist es da ein Wunder, dass Zellen Fehler begehen, die zu Krebs führen?
Ist ein solcher Gedanke nicht naheliegend?
Könnte es nicht sein, dass der tägliche Konsum des Brustsekrets einer artfremden Spezies dem weiblichen Körper signalisiert: Wachse, produziere Milch! — Da die weiblichen Brustdrüsen, insbesondere nach der Menopause, keine Milch mehr produzieren sollen, könnten sie kontinuierlich durch die in der Milch vorhandenen Hormone falsche Signale bekommen?
Eierstockkrebs (Ovarial-Krebs)
Es werden regelmäßig Studien veröffentlich, die bösartige Eierstock-Tumore mit Milchkonsum in Verbindung bringen. Dieser Zusammenhang wird auch von neueren Studien der Harvard Medical School und dem Karolinska Institut, Stockholm bestätigt. Sie untermauern die These eines Zusammenhangs zwischen Milchzucker und Eierstock-Krebs.
Morbus Parkinson
Laut einer neueren Studie der Harvard Universität ist das Risiko an Parkinson zu erkranken für Männer, die täglich viele Milchprodukte konsumieren erheblich höher als bei Männern, die weniger als einmal pro Tag Milchprodukte nehmen. Neue Studien haben den Zusammenhang Milch-Parkinson bestätigen. (125)
Autismus
Die Ursachen von Autismus im Kindesalter sind nicht bekannt. Die Anzahl der betroffenen Kinder steigt gerade in den Industriestaaten kontinuierlich an.
Bekannt ist, dass eine milch– und/oder weizenfreie Ernährung meistens zu erheblichen Verbesserungen der Symptome führt, die sofort wieder auftreten, sobald die Diät aufgegeben wird.
Erklärt wird das gemeinhin damit, dass bei den Betroffenen neben den autistischen Symptomen meist auch Funktionsstörungen des Darms zu beobachten sind, die zur Durchlässigkeit der Darmwände für größere Eiweißpartikel (Peptide) führen. Als Folge dessen werden viele dieser Peptide vor ihrer vollständigen Verdauung durch die Darmwand ins Blut geschleust, wo sie dann unerwünschte Wirkungen entfalten können. Bei Autismus und vielleich auch anderen Erkrankungen wie etwa Schizophrenie, werden offensichtlich bei einem Teil der Patienten opioid („dem Opium ähnlich“) wirkende Peptide des Milcheiweißes Kasein und des Weizeneiweißes Gluten durch den Darm ins Blut aufgenommen.
Studien haben entsprechend im Urin autistischer Kinder unnatürlich hohe Konzentrationen dieser Substanzen — die Kasomorphine und Gluteomorphine genannt werden — festgestellt. (125f.)
Akne, Neurodermitis
Es gibt unzählige Berichte von Betroffenen, die ihre schweren Hautprobleme alleindurch das Meiden von Allergenen in den Griff bekommen und sogar geheilt haben. Trotzdem tut das medizinische Establishment so, als seinen das Barfußdoktoreien nicht wirklich ernstzunehmen.
Das Hauptallergen ist in den meisten Fällen Milch, sodass sich die Betroffenen allein durch eine milchfreie Diät von Kortison und Co verabschieden können. Zurück bleibt nur der Frust, warum Ärzte sie meist monate- oder jahrelang mit Cortison gequält hatten, obwohl eine allergenfreie Diät das Übel an der Wurzel gepackt hätte — ohne Nebenwirkungen. Im Internet sind viele Berichte von Betroffenen, die sich durch allergen und/oder milchfreie Ernährung selbst geheilt haben. (126)
Da sich auch die Harvard Universität neuerdings diesem Thema gewidmet hat, dürfen die Betroffenen jetzt auch offizielle davon ausgehen, dass tatsächlich ein Zusammehang zwischen Akne und Milchkonsum besteht. (127)
Rheumatide Arthritis
Auch hier haben viele Betroffene die Erfahrung gemacht, dass allergenfreie Ernährung die Symptome verschwinden lässt oder zumindest mildert. Auch hier gehören Milch und Milchprodukte zu den Hauptallergenen.
Wer seine Arthritis mit allergenfreier Ernährung behandelt, kann sich mittlerweile auch auf wissenschaftliche Forschung beruhen, denn es wurde eine von den Wissenschaftlern selbst als bahnbrechend bezeichnete Entdeckung gemacht:
In den Entzündungsherden befallener Gelenke wurde Histamin gefunden — der Stoff, den die Zellen des Immunsystems bei akuten allergischen Reaktionen ausschütten.
Darüber hinaus weisen viele Betroffene Antikörper gegen bestimmte Nahrungsmittel — meist Milcheiweiße — auf.
ADS und ADHS
Alle Fachleute sind sich einig, dass das Aufmerksamkeits–Defizit–Syndrom (ADHS) auch mit der Ernährung zusammenhängt.
Darum lohnt es sich ganz besonderns bei diesem Syndrom neben sonstigen allergenen Nahrungsmitteln auch das Weglassen von Grundnahrungsmitteln (wird am meisten verzehrt) wie Getreideprodukte (Gluten) und Milchprodukte (Milcheiweiße) zu testen. In den meisten Fällen verbessert besonders das Weglassen von Getreide- und/oder Milchprodukten die Symptome, sodass den Kindern die aggressiven Psychopharmaka erpsart bleiben konnen. (127f.)
Wenn man sich mal bewusst macht, dass die Kinder sich heutzutage hauptsächlich von Nudeln, Pizza, Burgern, Würstchen, Milch-/Schokodrinks und Schokoriegeln, Pudding, Eis und Joghurts leben, alles außerordentlich gluten- und milcheiweißhaltig, der darf sich einfach nicht wundern, dass darauf auf längere Sicht Unverträglichkeiten entstehen müssen, die Hyperaktivität und schlimmeres auslösen. (127) Vielmehr sollte man sich wundern, wenn nichts passiert…
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Allergien im west-ostdeutschen Vergleich
In der ehemaligen DDR waren allergische Erkrankungen sehr viel seltener als im Westen der Republik. Interessanterweise sind sie innerhalb weniger Jahre nach der Vereinigung — bei dauernd abnehmender Luftverschmutzung und sich gleichzeitig angleichenden Ernährungsgewohnheiten — explosionsartig angestiegen.
Als Erklärung kommt — da Luft und Schmutz zumindest als Alleinverursacher ausscheiden — ein anderer Umweltfaktor in Frage, die Ernährung. Denn Nahrung ist neben Luft der dauerhafteste und stärkste Umwelteinfluss.
Diese Tatsache ist aber in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft so ungefähr das Letzte, was man öffentlich zur Kenntnis nehmen möchte. Und darum werden auch die Fragen, welche Nahrungsmittel denn Hauptverursacher von Allergien und sonstigen Krankheiten sein könnten, gar nicht erst gestellt — vom massiv unterschiedlichen Milchkonsum in der Vergangenheit beider deutscher Staaten ganz zu schweigen.
Was in der ehemaligen DDR von den wenigen noch zu jener Zeit praktizierenden Allergologen bestätigt wird — dass nämlich Nahrungsmittel mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschlaggebende Faktoren sind, wird ignoriert oder als möglichst nebensächlich abgetan.
Neben der „Hygiene/Horttheorie“ (die Kinder in der DDR hatten deshalb kaum Allergien, weil ihr Immunsystem durch den frühen Krippenaufenthalt geschult wurde. Das war in Skandinavien ebenfalls so, dennoch lag die Allergieanfälligkeit der Kinder dort höher als in Westdeutschland.) brachte man neuerdings die „Hoftheorie“ ins Spiel. Sie besagt, dass Kindern, die in bäuerlichen Betrieben aufwachsen weniger Allergien haben als Stadtkinder. (128)
Auch hier werden Lebensmittel in der Diskussion wieder ausgeblendet und stattdessen auf die stärkere Immunabwehr der Bauernhofkinder gegen sonstige Umweltfaktoren hingewiesen.
Und auch diese Theorie ist nicht ernstzunehmen, weil am Ende der Welt — in Australien — das Umgekehrte gilt. Dortige Wissenschaftler haben nämlich festgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen Heuschnupfen und Joghurtkonsum bzw. atopischem Ekzem und Rohmilchkonsum gibt. Außerdem leiden neuseeländische Kinder auf Farmen viel öfter unter Allergien als städtische. (129)
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6.
S. 239
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Ich fasse zusammen:
- der Mensch ist das einzige Säugetier, das auch nach der Saugperiode artfremde Milch zu sich nimmt.
- Milch und Milchprodukte haben zwar viel Kalzium, aber auch viel Eiweiß; letzteres führt zu hohem Kalziumverlust durch den Urin.
- Milchprodukte enthalten im Vergleich zu Kalzium sehr wenig Magnésium, so kann nur wenig des aus Milch und Milchprodukten aufgenommenen Kalziums verwertet werden.
- Dauernder Eiweißüberschuss zusammen mit einem nicht adäquaten Kalziumangebot aus der Nahrung führt zu Kalziumentleerung der Knochen.
- In pflanzlichen Produkten ist das Kalzium-Magnesium-Verhältnisideal. Man nimmt weniger Eiweiß zu sich und zugleich ist genug Kalzium vorhanden, um entstandene Säuren zu neutralisieren, sodass es zu keiner Übersäuerung des Organismus kommt und nicht auf Kalzium aus den Knochen zurückgegriffen werden muss.
- Milch macht dick.
- Erwachsene produzieren nur eine geringe Menge des Enzyms Laktase, dass die Laktose spaltet, sodass der Körper es verwerten kann. Auch das bei Kleinkindern noch vorhandene spezielle Enzym zur Kaseinspaltung, die Chymase, ist im Erwachsenenalter nicht mehr vorhanden. Die Milch bzw. Milchprodukte passieren nur halbverdaut den Darm und damit auch das an sie gebundene Kalzium. Wir können also nur einen Bruchteil des in der Milch enthaltenen Kalziums überhaupt verwerten.
- Laktasemangel hemmt bei den Betroffenen (etwa 15 % der hiesigen Bevölkerung — zum Vergleich: nur 3 % der Bevölkerung leben vegetarisch), solange sie Milchprodukte essen, die Kalziumresorption, die Folge ist chronischer Kalziummangel.
- Kaseine sind die häufigsten Verursacher von Nahrungsmittelallergien.
- Die Keimflora der maschinell gewonnenen Milch wird von Fäulnisbakterien dominiert.
- Milch hat viele gesättigte Fettsäuren.
- In der Milch finden sich Antibiotika und Hormone, Pestizide, Herbizide, Rückstände von Desinfektionsmitteln (vor allem Chloroform) und Schadstoffe wie Schwermetalle und PCB.
- Bei Allergikern fast aller Art und Hauterkrankten findet man häufig bereits nach 1 – 2 Wochen milcheiweißfreier Ernährung Besserung.
- Neueste Studien verschiedener Länder haben einen Zusammenhang zwischen Milch-/ produkten und Zivilisationskrankheiten (Akne, Diabetes, Multiple Sklerose, Neudrodermitis, Arthritis, ADHS, Brsutkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Eierstock-Krebs, Morbus Parkinson) festgestellt.
- Zivilisationskrankheiten sind in Ländern ohne (oder einem sehr geringen) Milch-/produktekonsum praktisch unbekannt.
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So kontrovers epidemiologische Studien zu diskutieren sein mögen, sie zeigen zumindest Trends an, die die Wissenschaft — wie im Falle von Diabetes und Multipler Sklerose bereits geschehen — veranlassen müsste, weitere Forschungen zu betreiben. Es handelt sich nicht um handfeste Beweise, nur um Tendenzen, die aber zum Nachdenken anregen können und sollen.