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Gesundheit

Eine der wichtig­sten Grund­vo­raus­set­zun­gen für ein glück­liches und zufriedenes Leben ist
die eigene Gesundheit.

Eine Lebensweisheit aus Indien besagt:

Der Gesunde hat viele Wün­sche, der Kranke nur einen.

Das ist der Punkt. Wir merken erst, was Gesund­heit eigentlich für einen Wert hat, was diese Worthülse eigentlich bedeutet, wenn wir mal so richtig krank sind. Dann erscheinen uns all die Dinge, über die wir uns tagtäglich ärgern völ­lig belan­g­los und wir fan­gen erst an zu schätzen, was wir sonst immer haben. Wie anders erscheint uns dieselbe Welt, wenn wir beispiel­sweise eine Grippe haben, Glieder­schmerzen, eine ver­stopfte, bren­nende Nase, Kopf­schmerzen, bleierne Schwere, die jede Bewe­gung zur Qual wer­den lässt, eine ver­schwommene Wahrnehmung, sodass man die Augen lieber gle­ich zu behält… Kaum zu fassen, denkt man sich, wie ich mich vorgestern noch aufgeregt habe, dass der Kaf­fee alle war, aus­gerech­net als ich meine Pause hatte…

Was würde ich dafür tun jetzt ein­fach auf­ste­hen und raus gehen zu können!

Diese Erfahrung macht sicher jeder wenig­stens ein­mal in seinem Leben. Erstaunlicher­weise wird diese Erken­nt­nis – der Wert der Gesund­heit – mit der Gene­sung wieder ganz unten in die „erhel­lende, aber unwesentliche Erken­nt­nisse“- Schublade des Unter­be­wusst­seins verschoben.

Doch es gibt auch Men­schen, die kom­men an einen Punkt, da sie nicht mehr gene­sen. Einem Punkt, an dem sich beispiel­sweise ihre bish­erige Lebensweise physisch widerspiegelt.

Plaka­tiv aus­ge­drückt:
Wer den Wein zu sehr schätzte, hat zu hohe Leber­w­erte, wer sich haupt­säch­lich von Fet­tigem und Süßem, von gesät­tigten Fettsäuren und leeren Kalo­rien ernährt hat, hat mit Dia­betes Typ 2 oder Arte­riosklerose, jemand, der sein halbes Leben auf dem Sofa oder vor dem PC sitzend ver­bracht hat, mit Übergewicht, entzün­de­ten Band­scheiben und son­sti­gen motorischen Ein­schränkun­gen zu kämpfen.

Hier muss man sich bewusst machen, dass solche “Zivil­i­sa­tion­skrankheiten” nicht ein­fach Zufall sind — den einen tre­f­fen sie, der hat Pech und am andren geht der Kelch vorüber — der hat halt
Glück. Das mag vielle­icht bei Unfällen und son­sti­gen Schick­salss­chlä­gen zutr­e­f­fen, aber was unsere Gesund­heit angeht, so liegt das allein in unserer Hand (ausgenom­men natür­lich erblich bed­ingte Krankheiten, wobei man auch hier in eini­gen Fällen durch beispiel­sweise “bewusste” Ernährung viel aus­richten kann).

Meist sind unsere Glaubenssätze Schuld, dass wir trotz besserem Wis­sen nicht auf unseren Kör­per hören. So gehen die meis­ten Men­schen davon aus, dass sie zu den Aus­nah­men zählen, die beispiel­sweise trotz Ket­ten­rauchen niemals an Lun­genkrebs erkranken wer­den – vom Rauchen wer­den nur „die anderen“ krank ist die Devise. Womit sie vielle­icht tat­säch­lich Recht behal­ten, doch das gilt eben nicht für alle, wie die Sta­tis­tiken zeigen und will man das Schick­sal wirk­lich herausfordern?

Die wohl wichtig­ste Säule, man kann sagen die „Basis“ für ein zufriedenes, aus­geglich­enes Lebens, ist Gesund­heit. Genauer: physis­che, psy­chis­che und men­tale Gesund­heit. Natür­lich ist die psy­chis­che und men­tale Gesund­heit nicht von der kör­per­lichen zu tren­nen. Genauso wie kör­per­liche Schmerzen sich neg­a­tiv auf unsere Stim­mung auswirken, kor­re­lieren beispiel­sweise Depres­sio­nen oder Burnout mit chro­nis­chen Krankheiten. Überhaupt ist der seit Dés­cartes nicht mehr wegzu­denk­ende Geist-Seele-Dualismus nicht mehr wirk­lich “up-to-date”. Geist-Seele-Körper — das ist eine untrennbare Einheit.

Wie wird und bleibt man gesund? Worauf muss man achten? Natür­licher­weise muss man dafür nicht bes­timmtes “tun”, son­dern nur stets zuhören, was einem der eigene Kör­per sagt. Lei­der haben wir mod­er­nen Men­schen das ver­lernt, in unserer schnel­llebi­gen Welt bleibt ein­fach “keine Zeit” sich Zeit für uns selbst zu nehmen (ganz neben­bei bemerkt: nicht die Zeit vergeht — son­dern wir.). Wir trinken nicht, weil wir unsere Arbeit nicht unter­brechen wollen, obwohl wir wis­sen, dass Kopf­schmerzen die Folge sind und wenn sie sich dann tat­säch­lich ein­stellen, dann unter­drücken wir sie solange es geht und schimpfen auch noch, wie uner­hört das ist.

Bei näherer Betra­ch­tung sehen wir fol­gen­des: Kopf– und Nack­en­schmerzen stellen sich nach 8 Stun­den Com­put­er­ar­beit ein und sagen dir, dass es gar nicht gut ist solange zu sitzen und ein­seit­ige Bewe­gun­gen auszuführen. Und anson­sten sagt einem, wenn nicht der Magen, so die Darmtätigkeit alles, was man sonst noch wis­sen muss, um seinen Kör­per bei guter Gesund­heit zu hal­ten. Tja, das klingt vielle­icht unglaublich, doch Forscher, wie beispiel­sweise der Pro­fes­sor für Exper­i­mentelle und Klin­is­che Phar­makolo­gie der Medi­zinis­chen Uni­ver­sität in Graz, Peter Holzer, sind sich sicher, dass unser Darm einen enor­men Ein­fluss auf unsere Emo­tio­nen hat:

Unsere Gemüt­slage wird vom Darm viel stärker bee­in­flusst, als wir uns das bisher träu­men liessen.

(Quelle: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/darm-steuert-emotionen-ia.html)

Genauso wichtig wie die bisher beschriebene physis­che Gesund­heit ist die psy­chis­che Gesund­heit. Wie schon gesagt, ist der Kör­per mit dem Geist eine nicht zu tren­nende Ein­heit. So wirken sich
psy­chol­o­gis­che Inter­ven­tio­nen und Ver­hal­tensän­derun­gen auf biol­o­gis­che Prozesse aus und umgekehrt. Neben einer Reihe von psy­chis­chen Belas­tun­gen des All­t­ags, gibt es Men­schen, die unter ernst zu nehmenden psy­chis­chen Störun­gen lei­den, das geht von psy­chis­chen Ver­hal­tensstörun­gen durch psy­chotrope Sub­stanzen (z.B. Alko­hol, Dro­gen, Medika­mente), Essstörun­gen und Zwangsneu­rosen über Angst­störun­gen und dis­sozia­tive Störun­gen bis hin zu para­noi­der Schiz­o­phre­nie.
(Quelle: Mar­tin Hautzinger und Elis­a­beth Thies: Klin­is­che Psy­cholo­gie. Psy­chis­che Störun­gen, Basel 2009.)

Man mag es kaum glauben, aber das von der Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion (WHO) erst­mals 1948 her­aus­gegebene und derzeit in der zehn­ten Revi­sion vor­liegende Diag­nosesys­tem ICD (Inter­na­tionale Klas­si­fika­tion von Krankheiten) bein­hal­tet 300 psy­chopathol­o­gis­che Kat­e­gorien von psy­chis­chen Störun­gen. Bes­timmte Per­so­nen wer­den einer diag­nos­tis­chen Kat­e­gorie zuge­ord­net, um die Kom­mu­nika­tion zwis­chen den Kliniken zu erle­ichtern und damit die Indika­tion für bes­timmte Behand­lun­gen zu verbessern. Naür­lich sind Diag­nosen und Kat­e­gorien nur Kon­strukte, d.h. nicht direkt beobacht­bare, son­dern aus beobacht­baren Symp­tomen abgeleit­ete Kon­strukte, weshalb ich eine grund­sät­zlich kri­tis­che Hal­tung gegenüber jed­weder Kat­e­gorisierung und Klas­si­fiezierung habe.

Nichts­destotrotz zeigt die Menge der Kat­e­gorien, dass unser men­schliches (Selbst-)Bewusstsein auch seine Schat­ten­seiten hat. Ich sage das vor dem ein­fachen Hin­ter­grund, dass beispiel­sweise
bei Tieren (vor allem den wildleben­den) keine ver­gle­ich­baren psy­chis­chen Krankheiten (und auch keine physis­chen, ich denke an unsere soge­nan­nten “Zivil­i­sa­tion­skrankheiten”) bekannt sind.

Ich denke es ist all­ge­meiner Kon­sens, wenn ich sage, dass Gesund­heit auf fol­gen­den Säulen fußt:

1. Ernährung
2. Ver­hält­nis von Bewe­gung und Ruhep­ausen
3. innere Balance

 

Willkommen!

Schön, dass Du den Weg zu diesem Blog gefun­den hast. Hier find­est Du alles zum Thema „Lebens­freude“ und „Lebenslust“.

Schon immer war es eine Ange­wohn­heit von mir, Men­schen zu beobachten. Das liegt möglicher­weise auch darin begrün­det, dass ich mit fün­fein­halb Jahren von Sibirien nach Deutsch­land umsiedelte und sofort in den Kinder­garten kam. Ich war nur einen Monat da, bevor ich auch schon eingeschult wurde. Auf­grund fehlen­der Sprachken­nt­nisse habe ich diesen Monat mit beobachten verbracht.

In dieser Zeit fes­tigte sich meine Mei­n­ung – die ich bis zur Jugendzeit beibehal­ten habe – dass die Men­schen nichts kön­nen für ihre schlechten Eigen­schaften, dass es die Umstände und das Umfeld zu Hause und schließlich natür­lich die Eltern selbst sind, die die Hand­lungsweisen und die Art und Weise wie Kinder denken und urteilen, wie sie Dinge bew­erten und wie sie reagieren, formen.

Ich bin mit dieser Ein­stel­lung sehr gut durch die Schulzeit gekom­men. Ich habe alle akzep­tiert und respek­tiert so wie sie waren und wurde entsprechend auch immer von allen akzep­tiert. Niemals stand ich zwis­chen zwei Lagern, niemals habe ich mit jeman­dem Streit gehabt. Ich habe allen zuge­hört und allen geholfen – ohne Aus­nah­men zu machen. Man kann sagen, ich lebte nach der „gold­e­nen Regel“:

Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.

Im Großen und Ganzen hat sich daran auch nichts geän­dert. Nur ein kleines Detail, das allerd­ings einiges aus­macht. Ich lebe also immer noch nach der gold­e­nen Regel. Ich lasse es aber nicht mehr gel­ten, dass die Men­schen für ihre Ansichten, Ein­stel­lun­gen, Glaubenssätze, Mei­n­un­gen, Überzeu­gun­gen, Wün­sche und die daraus resul­tieren­den Ver­hal­tensweisen / Hand­lun­gen und damit let­z­tendlich für ihre Lebenssi­t­u­a­tion, ihr Wohlbefinden und ihre Prob­le­men nichts können.

Diese Erken­nt­nis war irgend­wie neu und irgend­wie schon älter, denn sie entspricht dem zweiten Prinzip, welches mir früh klar wurde und dass ein altes chi­ne­sis­ches Sprich­wort auf den Punkt bringt:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie wer­den Deine Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie wer­den Deine Gefühle.
Achte auf Deine Gefühle, denn sie wer­den Dein Ver­hal­ten.
Achte auf Deine Ver­hal­tensweisen, denn sie wer­den Deine Gewohn­heiten.
Achte auf Deine Gewohn­heiten, denn sie wer­den Dein Charak­ter.
Achte auf Deinen Charak­ter, denn er wird Dein Schicksal.

Daraus ergibt sich ganz klar, dass Du zwar nicht allein für das ver­ant­wortlich bist, was aus Dir gewor­den ist. Aber Du allein bist ver­ant­wortlich für das, was Du aus jeder fol­gen­den Sekunde Deines Lebens machst und was Du in Zukunft sein wirst:

Du bist, was du warst, und du wirst sein, was du tust.

sagte schon Buddha.

Was ich tag täglich sehe, wenn ich beispiel­sweise durch die Stadt spaziere, im Café sitze, in der Uni oder im Super­markt innehalte und beobachte, ist fol­gen­des Bild:

Hek­tis­che, gestresste, anges­pan­nte, energielose Menschen.

Mor­gens in der Stadt sollte man sich irgendwo an die Seite Stellen, wenn man beobachten möchte. Was man sieht sind Men­schen, die sich beinahe im Lauf­schritt fort­be­we­gen. Manchen wün­sche ich dann Flügel, weil man sieht, wie sehr sie es in dem Moment ver­dammen, dass diese elendi­gen Füße keine schnellere Fort­be­we­gung zulassen. Die Augen sind auf ein fernes und für den Beobachter nicht ein­se­hbares Ziel gerichtet. Viele haben schon ihren Kaf­fee in der Hand, dieses heilige Gebräu, dass uns wenig­stens das Gefühl gibt, wir wür­den schneller vor­wärt­skom­men, auch wenn es in Wirk­lichkeit nur die innere Getrieben­heit ver­stärkt, sodass sich lediglich der Ein­druck ein­stellt, man würde sich schneller bewegen…

Abends an der Kasse im Super­markt trifft man hinge­gen auf Men­schen, die ihre Maske schon für den Abend abgelegt haben:

einge­fal­l­ene, schlaffe, Gesichter, müde, star­rende Augen. Kein Lächeln.

Natür­lich gibt es auch hier noch jene, die nicht abschal­ten kön­nen und von zu viel Kof­fein im Blut getrieben mit dem Fuß wip­pen, ungeduldig drän­geln und ziem­lich albern wirken auf jene, für die Zeit wenig­stens zu dieser Stunde keine Rolle mehr spielt. Neben den Men­schen, die noch mit­ten im Kampf sind und sich gegen ihr Schick­sal stem­men sowie denen, dich sich zusam­men­reißen und ver­suchen die Maske wenig­stens in der Öffentlichkeit aufrecht zu erhal­ten,  gibt es wiederum  jene, deren Augen sagen, dass sie längst aufgegeben haben, Augen voll Ernüchterung, Trauer und Schmerz.

Diese Men­schen machen mich wütend – para­dox­er­weise ger­ade indem sie mich trau­rig machen und mein Mitleid erwecken. Einen trau­ri­gen Men­schen möchte ich trösten, einem wüten­den helfen, die Wut rauszu­lassen, sodass sie ver­pufft und nicht erst unter­drückt und dann in zehn­facher Stärke ent­fes­selt wird und auf einen Men­schen prallt, der zufäl­lig zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Doch sie sind selbst Schuld, was auch immer sie für ihr unabän­der­liches Schick­sal hal­ten, für die Absicht „Gottes“ oder sonst wem, ist alles aus ihrer eige­nen Feder entsprun­gen. Aus ihren eige­nen Hand­lun­gen, aus ihren eige­nen Ein­stel­lun­gen und schließlich ihrer Art die Dinge wahrzunehmen und zu beurteilen.

Mit diesem Blog möchte ich ver­suchen zu zeigen, wo meiner Mei­n­ung nach die Knoten­punkte sind, die für vieles Leid und Unzufrieden­heit Deinem Leben ver­ant­wortlich sind und wie man diese auflöst.

In jeder Sekunde kön­nen wir unserem Leben eine kom­plett neue Wen­dung geben. Aus der Gegen­wart erwächst die Zukunft. Und in der Sekunde, in der ich „Sek…“ schreibe, ist diese bere­its Ver­gan­gen­heit. Ich habe mich, indem ich den Satz zu Ende geschrieben habe, vor eini­gen Sekun­den dazu entschlossen, dass dieser Satz Teil meiner Zukunft wird. In jeder fol­gen­den Sekunde entscheide ich mich weiter frei­willig dafür, diesen Text weit­erzuschreiben oder etwas anderes zu tun. Wir haben nur die Gegen­wart, das Jetzt, es ist kein anderer Zeitraum zum Leben da.

Warum diese Ein­sicht sozusagen der „Heilige Gral“ ist – das Geheim­nis eines zufriede­nen, aus­geglich­enen und in diesem Sinne eines glück­lichen Lebens – wird dieser Blog hof­fentlich zu zeigen vermögen.

 

 

Wie unsere Ernährung unsere Gesundheit beeinflusst

Unsere Ernährung hat einen enor­men Ein­fluss auf unser all­ge­meines Wohlbefinden und unsere Intel­li­genz. Ein Men­sch, der nicht genug zu essen hat, kann an nichts anderes denken als daran, wie er an seine näch­ste Mahlzeit kommt. Erst wenn man weiß, dass man regelmäßig Nahrung zur Ver­fü­gung hat und gesät­tigt ist, kann man sich anderen Din­gen zuwen­den, sich Wis­sen aneignen und sich weiterentwickeln.

Gle­ichzeitig bestäti­gen neuere Stu­dien, dass und in welchem Maße unser Ernährungsver­hal­ten unsere Gesund­heit, aber auch die Entste­hung von Krebs, koronaren Herz­erkrankun­gen, Dia­betes, Schla­gan­fall, Rücken– oder Knieprob­le­men, Adi­posi­tas und Autoim­munerkrankun­gen, wie Mul­ti­ple Sklerose und Rheuma, beeinflusst.

Darüber hin­aus sind sich Neu­ro­gas­troen­terolo­gen (Forscher im Bere­ich der Neu­rowis­senschaften des Magen-Darm-Traktes) laut neuesten Stu­dien sicher, dass nicht nur die Nahrung an sich, son­dern auch unser Darm einen enor­men Ein­fluss auf unsere Emo­tio­nen nimmt. Statt also die Ursachen für psy­chis­che Erkrankun­gen wie Depres­sio­nen im Gehirn zu suchen, geht man jetzt langsam dazu über, die Psy­che mit der Ernährung und dem Darm in Verbindung zu bringen.

Den Zusam­men­hang zwis­chen beispiel­sweise Milch und Zivil­i­sa­tion­skrankheiten habe ich bere­its hier dargestellt.

Im Fol­gen­den will ich auf weit­ere Zusam­men­hänge zwis­chen Erährung und Gesund­heit bzw. Erkrankun­gen einge­hen und beziehe mich dabei haupt­säch­lich auf die Erken­nt­nisse der “China Study”, die bis­lang als die umfassend­ste Analyse ange­se­hen wird, die je über Ernährung, Lebensweise und Krankheit in der Geschichte der bio­medi­zinis­chen Forschung durchge­führt wurde. Das Pro­jekt “China Study” brachte let­z­tendlich mehr als 8.000 sta­tis­tisch sig­nifikante Verbindun­gen zwis­chen ver­schiede­nen Ernährungs­fak­toren und Krankheiten hervor.

Die Men­schen haben ein Recht zu erfahren, dass viele der gängi­gen Auf­fas­sun­gen über Ernährung, Gesund­heit und Krankheit, die ihnen ver­mit­telt wur­den, falsch sind.

Diese Worte stam­men von T. Colin Camp­bell, dem Autor dieses Buches, einem emer­i­tierten Pro­fes­sor für Bio­chemie und Ernährung an der Cor­nell Uni­ver­sity, USA. Seit mehr als 40 Jahren steht Dr. Camp­bell an vorder­ster Front der Ernährungs­forschung. Er pub­lizierte Hun­derte wis­senschaftliche Arbeiten, nahm an zahlre­ichen staatlichen Experte­nauss­chüssen teil und trug zur Bil­dung nationaler und inter­na­tionaler Diät– und Gesund­heit­sor­gan­i­sa­tio­nen bei, so etwa dem Amer­i­can Insti­tute for Can­cer Research und dem World Can­cer Research Fund.

Was dort, Seite für Seite, über den Zusam­men­hang zwis­chen Ernährung und Erkrankun­gen stand, war so unglaublich, dass es längst wis­senschaftliches All­ge­mein­wis­sen sein müsste, wenn es glaub­haft war.

Doch dann begann Prof. Camp­bell, Belege aufzuzählen und Seite für Seite — wie ich meine — diese unwider­leg­bar zu beweisen. Nicht mit einer, son­dern mit Hun­derten von Sub­stu­dien, die über 20 Jahre lang an über 10.000 Proban­den durchge­führt wor­den waren!

Als ich später Nach­forschun­gen hierzu betrieb, wurde mir klar, dass man eine solche erdrück­ende Beweis­last, die zu einer Rev­o­lu­tion der Ernährungsin­dus­trie durch den Ver­braucher führen kön­nte, nicht wider­legen kann, son­dern nur ignorieren.

Ent­nom­men aus dem Vor­wort zur deuteschen Aus­gabe, geschrieben von Dr. Gunter R. Neeb, einem Arzt für Chi­ne­sis­che Medi­zin (VR China) und Gast­pro­fes­sor der Uni­ver­sität Kun­ming (China).

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Gesund­heitsmythen

  • Syn­thetis­che Chem­i­naklien in der Umwelt und in Nahrungsmit­teln — so prob­lema­tisch sie auch sein mögen — sind nicht die Haup­tur­sachen für Krebs.
  • Die Gene, die Sie von Ihren Eltern erben, sind nicht die entschei­den­den Fak­toren dafür, ob sie einer der zehn führen­den Todesur­sachen zum Opfer fallen.
  • Die Hoff­nung, dass die genetis­che Forschung let­z­tendlich zur Entwick­lung von Arzneimit­teln zur Heilung von Erkrankun­gen führt, lässt sehr viel machtvollere Lösungsan­sätze außer Acht, die man heutzu­tage anwen­den kann.
  • Zwang­haftes Kon­trol­lieren der Auf­nahme jeglicher Nährstoffe, wie zum Beispiel Kohlen­hy­drate, Fette, Cho­les­terin oder Omega-3-Fettsäuren, führt nicht zu langfristiger Gesundheit.
  • Vit­a­mine und Nahrungsergänzungsmit­tel gewährleis­ten keinen langfristi­gen Schutz gegen Erkrankung.
  • Medika­mente oder oper­a­tive Ein­griffe heilen nicht die Krankheiten, an denen die meis­ten Amerikaner sterben.
  • Ihr Hausarzt weiß wahrschein­lich nicht, was Sie brauchen, um so gesund wie nur möglich zu sein.

Es geht hier nicht darum zu “glauben” oder nicht zu glauben, was die Studie ergeben hat und ich hier wiedergebe. Das kön­nen wir get­rost eini­gen pop­ulären Autoren überlassen. Die “China Study” enthält über 750 Lit­er­at­u­rangaben, und die Mehrheit davon besteht aus primären Infor­ma­tion­squellen, ein­schließlich Hun­derter wis­senschaftlicher Pub­lika­tio­nen anderer Forscher, die einen Weg zu weniger Krebs, weniger Herz­erkrankun­gen, weniger Gehirn­schlä­gen, weniger Fet­tleibigkeit, weniger Autoim­munerkrankun­gen, weniger Osteo­porose, weniger Alzheimer, weniger Nieren­steinen und weniger Erblind­un­gen aufzeigen.

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Viele Forschungsergeb­nisse, die in den renom­miertest­sen Wis­senschaft­sjour­nalen veröf­fentlicht wur­den, zeigen Folgendes:

    • Eine Änderung der Ernährungsweise ermöglicht Dia­betik­ern, ohne Medika­tion auszukommen.
    • Herz­erkrankun­gen kön­nen allein mit Ernährung rück­gängig gemacht werden.
    • Brustkrebs kor­re­liert mit der Menge gewisser Sex­u­al­hor­mone im Blut, die durch Nahrungsmit­tel aufgenom­men werden.
    • Der Verzehr von Milch­pro­duk­ten kann das Risiko von Prostatakrebs erhöhen.
    • Antiox­i­danzien, die in Obst und Gemüse vorkom­men, ste­hen in direk­tem Zusam­men­hang mit der geisti­gen Leis­tungs­fähigkeit im Alter.
    • Nieren­steinem kann mit einer gesun­den Ernährungsweise vorge­beugt werden.
    • Dia­betes vom Typ I, eine der ver­heerend­sten Erkrankun­gen, die einem Kind wider­fahren kann, steht in direk­tem Zusam­men­hang mit den Ernährung­sprak­tiken im Säuglings– und Kleinkindalter.

Ernährung

Ich weiß, dass es mehr als genug Infor­ma­tio­nen zur „gesun­den“, „aus­ge­wo­ge­nen“ Ernährung gibt, gefühlt so viele wie es Men­schen gibt. Ernährungs­bücher sind entsprechend Dauer-Bestseller. In nahezu jeder Zeitschrift — egal ob an Frau oder Mann adressiert — wird man mit Ernährungsratschlä­gen überhäuft. In der Zeit online heißt es:

Noch nie waren die Deutschen so aufgek­lärt wie heute — und noch nie waren sie so dick.

Neben der einen eigentlichen gesun­den Ernährung, gibt es noch Spezial­ratschläge z. B. für Sportler, hier wird noch unter­schieden zwis­chen einem eher auf Kraft­train­ing und einem auf Kodi­tion basieren­den Train­ing, oder gar spezielle Diäten z. B. für Dia­betiker, Herzkranke, Leberkranke, Multiple-Sklerose-Kranke, Krebs-Kranke, Magen-Darm-Kranke, Demenz-Kranke uvm. Der ungeschla­gene Klas­siker bleibt aber: die Frau, die so schnell wie möglich X Kilo loswer­den möchte oder „muss“, also Diäten für die Gewichtsreduzierung.

Der wis­senschaftliche Main­stream ignori­ert noch immer Verbindun­gen zwis­chen „spez­i­fis­chen Umwelt­fak­toren“ und Krankheiten, wenn es sich dabei nicht ger­ade um anerkan­nte Gifte han­delt. Zwar wird eingeräumt, dass Umwel­te­in­flüsse — und die Ernährung ist ein solcher — eine beson­dere Rolle bei Krankheiten spie­len, wird aber ein bes­timmter Umweltfaktor/ eine Sub­stanz von Wis­senschaftlern aus­findig gemacht, heißt es stan­dard­mäßig: Ein ursäch­licher Zusam­men­hang ist wis­senschaftlich nicht oder noch nicht erwiesen oder: Weit­ere Forschun­gen sind notwendig. (Quelle: Rollinger, Maria: Milch besser nicht, Trier 2010, S. 115.)

Was die Erforschung von Umwel­te­in­flüssen angeht, muss man sich klar machen, dass  es sich nicht um Laborun­ter­suchun­gen han­delt, die auf einem bes­timmten Chro­mo­som X eine Gen­mu­ta­tion nach­weisen, son­dern um epi­demi­ol­o­gis­che Stu­dien, Auswer­tun­gen von Sta­tis­tiken, Län­derver­gle­iche, Befra­gun­gen von Proban­den zu Umwelt­fak­toren, nachträgliche Auswer­tung von Stu­dien unter spez­i­fis­chen Gesicht­spunk­ten, Tier­stu­dien, bei denen ungewiss ist, inwieweit sie auf Men­schen übertrag­bar sind, oder Stu­dien mit huma­nen Zel­lkul­turen, bei denen genauso unklar ist wie und ob überhaupt ihre Ergeb­nisse auf einen Gesam­tor­gan­is­mus anwend­bar sind. (Ebd.)

Auf diese Weise wird der eigentlich unbe­stre­it­bare Ein­fluss von Umwelt­fak­toren auf das Krankheits­geschehen in Bezug auf bes­timmte Sub­stanzen zur Glaubenssache — sobald ein Wis­senschaftler einen ursäch­lichen Zusam­men­hang zwis­chen einer bes­timmten Sub­stanz und einer Krankheit ver­mutet, behaupten andere Kol­le­gen promt das Gegen­teil. Am Ende sind Behör­den, Ärzte und Patien­ten gle­icher­maßen verunsichert.

Obwohl Infor­ma­tio­nen und Mei­n­un­gen also im Überfluss vorhan­den sind, wis­sen sehr wenige Men­schen wirk­lich, was sie zu ihrer Gesund­heit beitra­gen kön­nen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die wahre Wis­senschaft — oh ja, es gibt sie wirk­lich — unter einem Wirrwarr von unsach­lichen oder gar gesund­heits­ge­fährden­den Infor­ma­tio­nen begraben  wird — verur­sacht durch Pseudowis­senschaft, Modediäten und die nicht zu unter­schätzende Pro­pa­ganda der Nahrungsmit­telin­dus­trie.

Unbe­stre­it­bar ist, dass viele Krankheiten eine Umstel­lung der Ernährung erforder­lich machen.
So wer­den manche Symp­tome durch bes­timmte Nahrungsmit­tel ver­schlim­mert, die deswe­gen gemieden wer­den müssen, oder der Kör­per kann bes­timmte Lebens­mit­tel nicht ver­ar­beiten. Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist es auch all­ge­meiner Kon­sens, dass eine „aus­ge­wo­gene“ Ernährung vie­len Krankheiten vor­beu­gen kann.

Welche Frage brennt Ihnen nach dem Lesen dieser Zeilen auf den Lip­pen? Also mir die folgende:

Was genau ist mit „aus­ge­wogen“ gemeint?

 

Wie schon angedeutet hat jeder sein eigenes Bild davon, wobei als Fix­punkte für unsere Bre­it­en­grade wohl die Empfehlunge der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) gel­ten dürften, nach der sich auch die Schul– und Lehrbücher richten. Let­zteres ist wohl auch der Grund dafür, dass die von der DGE ver­bre­it­ete Ansicht gemein­hin als die einzig wahre und „richtige“ ange­se­hen wird, han­delt es sich dabei in den meis­ten Fällen doch überhaupt um die einzige je wahrgenommene Ernährungs-Empfehlung, mit der wir in unserem Leben kon­fron­tiert werden.

Auch bei mir war es so. Bis zum Ende des ersten Stu­di­en­ab­schlusses dachte ich, es geht nichts über die Empfehlunge des DGE: alles essen, aber in Maßen. Neuerd­ings hat die DGE eine drei­di­men­sion­ale Ernährungspyra­mide (Stand: 06.12.2011) aus­gear­beitet, die, nach eige­nen Aussagen, auf „fundierten wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen unter Berück­sich­ti­gung der aktuellen D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstof­fzu­fuhr und der 10 Regeln der DGE“ basiert. Die drei­di­men­sion­ale Lebens­mit­telpyra­mide hat den Vorteil, dass sie sowohl quan­ti­ta­tive (Lebens­mit­tel­men­gen) als auch qual­i­ta­tive (ernährungsphys­i­ol­o­gis­cher Wert) Empfehlun­gen ver­brauch­er­nah darstellt, wodurch eine indi­vidu­elle Lebens­mit­te­lauswahl ermöglicht würde.

Schauen wir uns die Emfehlun­gen, denen das Gros der Bürger Deutsch­lands emsig folgt ein­mal an:

Inner­halb dieser Dreiecke wer­den die Lebens­mit­tel wie gewohnt anhand ihrer ernährungsphys­i­ol­o­gis­chen Qual­ität hier­ar­chisiert. Als empfehlenswert gel­ten also Pro­dukte wie:

  • Obst,
  • Gemüse,
  • Fisch,
  • fet­tarme Milchprodukte,
  • mageres Fleisch,
  • Rap­söl,
  • Trink– und Mineralwasser.

Sie ste­hen unten und dür­fen häu­figer verzehrt werden.

Ernährungsphys­i­ol­o­gisch weniger wertvolle Pro­dukte sind entsprechend:

  • Fleis­chwaren,
  • Eier,
  • But­ter, Schmalz,
  • Süßigkeiten,
  • Limon­aden oder Energydrinks.

Sie ste­hen an der Spitze und soll­ten sparsam ver­wen­det werden.

Die Pyra­mide basiert auf den han­dlichen 10 Regeln der GDE (Stand: 06.12.2011):

  1. Viel­seitig essen
  2. Reich­lich Getrei­de­pro­dukte – und Kartof­feln
  3. Gemüse und Obst ­ Nimm „5 am Tag“…
  4. Täglich Milch und Milch­pro­dukte; 1 — 2 Mal in der Woche Fisch; Fleisch, Wurst­waren sowie Eier in Maßen
  5. Wenig Fett und fet­tre­iche Lebens­mit­tel [auf die „ver­steck­ten Fette achten!“]
  6. Zucker und Salz in Maßen
  7. Reich­lich Flüssigkeit
  8. Schmack­haft und scho­nend zubereiten
  9. Sich Zeit nehmen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten

Diese Ergeb­nisse wer­den sogar von inter­na­tionalen Gesellschaften wie der Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion (WHO) und der Europäis­chen Behörde für Lebens­mit­tel­sicher­heit (EFSA) unter­stützt. Spätestens hier ist der let­zte Zweifel an der „Richtigkeit“ dieser Pyra­mide zu Staub zer­fallen. Oder?

Früher lei­der ja, heute nein! Das ist ja nur eine The­o­rie und es ist erstaunlich, wie viele Leute fest davon überzeugt sind, dass sie sich an diese Regeln selb­stver­ständlich hal­ten — „mit ein paar kleinen Abwe­ichun­gen“ wohlbe­merkt, aber „kleine Sün­den“ müssen auch mal sein…  Ist es nicht inter­es­sant zu beobachten, wie sich bes­timmte „Code-Wörter“ aus den Frauen-Diät-Ratgebern immer mehr ein­bürg­ern und aus der all­ge­meinen All­t­agssprache bald nicht mehr wegzu­denken sind? „Kleine Sün­den“ ist so ein Code. Aber das nur am Rande…

Es ist eine Bin­sen­weisheit, dass kein Lebens­mit­tel alle Nährstoffe in aus­re­ichen­der Menge liefert.
Fol­glich müssen Lebens­mit­tel kom­biniert wer­den, damit der Kör­per alle Nährstoffe erhält und die meis­ten Men­schen sind der Mei­n­ung, dass sie dur­chaus abwech­slungsre­ich essen (entspricht Punkt 1). Was das Obst angeht, ist äußerst frag­würdig, ob ein Apfel und eine Banane zwis­chen­durch und ein paar Scheiben Tomate und Gurke mit eini­gen weni­gen Blät­tern Salat zur Hauptmahlzeit als „5 am Tag“ durchge­hen, von der von Green­peace kon­sta­tierten Pes­tizid­be­las­tung der Lebens­mit­tel aus der kon­ven­tionellen Land­wirschaft mal ganz abge­se­hen (Punkt 2).

Als Zusatz zu Punkt 4 schreibt die DGE:

Diese Lebens­mit­tel enthal­ten wertvolle Nährstoffe, wie z. B. Cal­cium in Milch, Jod, Selen und Omega-3 Fettsäuren in Seefisch.
Fleisch ist Liefer­ant von Min­er­al­stof­fen und Vit­a­mi­nen (B1, B6 und B12). Mehr als 300 – 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche soll­ten es nicht sein.

Wenn ich sowas lese, werde ich skep­tisch. Beson­ders der Punkt „Cal­cium in Milch“ entspricht nicht dem aktuellen Ken­nt­nis­stand der Ernährungswis­senschaft, worauf ich explizit nochmal hier eingehe. Unter anderem gehe ich dort auf Punkte ein, wie „Milch macht dick“, „Milch ist unge­sund“ und „Kalz­i­um­man­gel durch Milch“. Fleisch als quasi den Liefer­ant von Min­er­al­stof­fen und Vit­a­mi­nen zu beze­ich­nen, finde ich auch mehr als fragwürdig.

Um das Bild zu ver­voll­ständi­gen, wie die The­o­rie in der Praxis umge­setzt oder nicht umge­setzt wird, habe ich fol­gende Darstel­lung zur Ver­an­schaulichung gefunden:

Die Grafik stammt von der Seite des Bun­desmin­is­teri­ums für Ernährung, Land­wirtschaft und Ver­brauch­er­schutz (BMELV) und gibt die Ergeb­nisse der Nationalen Verzehrstudie II wieder.

Wie wir Deutsche uns ernähren und wie sich unser Ernährungsver­hal­ten auf unsere Gesund­heit auswirkt, wurde zwis­chen Novem­ber 2005 und Jan­uar 2007 zum ersten Mal bun­desweit unter­sucht. Ins­ge­samt 20.000 Per­so­nen zwis­chen 14 und 80 Jahren wur­den befragt. Die Ergeb­nisse sehen wir unter anderem in der oben aufge­führten Grafik. Wir sehen folgendes:

  • Haupt­nahrungsmit­tel sind Milch und Milch­pro­dukte.
  • Es fol­gen Fleisch und Wurst­pro­dukte. Täglich essen bspw. Män­ner 103 g Fleisch, Wurst­waren oder Fleischerzeugnisse.
  • Sodann kom­men Fleisch-„Gerichte“.
  • Gefolgt von Süßigkeiten und
  • Milch-„Gerichten“.
  • 59 % aller Deutschen zu wenig Obst.
    Sie essen weniger als 250 g/Tag (Empfehlung der DGE). Frauen essen mit 270 g pro Tag durch­schnit­tlich mehr Obst als Män­ner (222 g pro Tag). Trotz­dem erre­ichen 54 % der Frauen die DGE Empfehlung nicht. Bei den Män­nern sind es sogar 65 %.

Das BMELV ist mehr als zufrieden mit der „Kalzium-Zufuhr“ ihrer Bun­des­bürger, warum ich das alamierend finde und sich mir die Nack­en­haare auf­stellen, kannst Du, wenn Du willst, hier nachlesen.

Wir sehen also, dass die Empfehlun­gen der DGE und das tat­säch­liche Ernähungsver­hal­ten der meis­ten Men­schen beinahe diame­tral ent­ge­genge­setzt sind. Das heißt, wenn wir die vorgeschla­gene Pyra­mide auf dem Kopf stellen, sehen wir, wie wir uns in Wirk­lichkeit ernähren.

Zusam­men­fassend lässt sich sagen, dass die Mehrheit der Deutschen sich gesund fühlt, die wenig­sten aber auch tat­säch­lich gesund leben. Ein Report der Deutschen Kranken­ver­sicherung (DVK), der laut Ein­leitung den Lebensstil der Bun­des­bürger in einer „bisher nicht erre­ichten Tiefe“ analysiert, kommt Ende 2010 sogar zu dem Ergeb­nis, dass das vor allem auf Hochge­bildete zutrifft.

 

Warum ich aber der Schlussfol­gerung des Artikels, die da lautet:

Ein gesun­des Leben bedeutet eben auch Verzicht auf manchen Genuss

keines­falls zus­timme, erk­lärt sich meiner Mei­n­ung nach schon selbst im fol­gen­den Satz:

Doch allein mehr als 40 Mil­lio­nen Bun­des­bürger brin­gen zu viele Pfunde auf die Waage.

und

14 Prozent der Deutschen leben run­dum gesund.

Denn um überhaupt übergewichtig zu wer­den, muss man so viel Essen, dass von Genuss abso­lut keine Rede mehr sein kann! Entsprechend kurzsichtig finde ich fol­gende Äußerung:

Wen wun­dert es da, dass fast ein Drit­tel der Bevölkerung meint, wer ständig auf seine Gesund­heit achte, habe weniger vom Leben.

 

Die Fra­gen, die sich mir hier ger­adezu auf­drän­gen, sind:

Was bedeutet für diese Men­schen, was bedeutet für Dich, “leben” ?

und

Was bedeutet für diese Men­schen, was bedeutet für Dich, “Genuss” ?

Bedeutet „Genuss“ im Restau­rant beim Buf­fet so viel zu essen, bis man platzt? Und es mit liter­weise bil­ligem Wein herunterzuspülen?

Bedeutet „Genuss“ sich bei einem „all you can Eat“-Angebot den Bauch vollzuschlagen?

Bedeutet „Genuss“, Essen toll zu finden, weil man viel davon für wenig Geld bekommt, ungeachtet dessen  Herkunft, Qual­ität, Nährstof­fge­halt und schließlich dessen tat­säch­lichen Geschmacks?

Bedeutet „Genuss“ eine ganze Tafel Schoko­lade auf ein­mal zu essen? Oder nach 3 Stückchen Torte nach einem vierten zu verlangen?

Ist es nicht vielmehr so, dass Men­schen, die wirk­lich ihr Leben genießen zu der Gruppe gehören, die gesund lebt — ohne auf irgen­det­was zu verzichten? Außer auf übergroße Men­gen, die doch ohne­hin nur dazu da sind, unsere emo­tionalen Bedürfnisse zu stillen und das gilt sowohl fürs Essen als auch für andere Lebens­bere­iche. Immer mehr und für immer, das wollen nur Men­schen, die ein Loch in sich haben, dass sie zu stopfen ver­suchen — mit Essen, mit Unter­hal­tung, also Ablenkung jeglicher Art.

Am erstaunlich­sten und doch diel­o­gis­che Kon­se­quenz der oben beschriebe­nen Glaubenssätze ist fol­gende Ansicht:

Jeder zweite Bun­des­bürger glaubt ohne­hin, dass Gesund­heit ein Frage des Schick­sals ist: „Wenn ich krank werde oder sterbe, dann passiert das eben.

Hier wird nur allzu deut­lich, dass den meis­ten die Vorstel­lung fremd ist, dass ihr Lebensstil sich auf ihre Gesund­heit in irgen­deiner Art und Weise auswirkt. Beim Auto ist jedem klar, dass, wenn man falsches Ben­zin rein­schüt­tet, das Auto kaputt geht, bei Babys und Kleinkindern ist zumin­d­est vie­len klar, dass es Dinge gibt, die sie essen dür­fen und Dinge, die sich schädlich auswirken, wenn nicht sogar krank machen.

Wieso nimmt man sich und seinen Kör­per aus solchen ein­fachn Ursache-Wirkung-Zusammenhängen heraus?

Jeder Raucher weiß, dass rauchen auf Dauer höchst unge­sund ist und doch rauchen sie munter weiter oder quälen sich jahre­lang damit endlich aufzuhören.  Das liegt mitunter daran, dass sie es nur ver­standesmäßig ver­ste­hen, aber daran scheit­ern eine Iden­ti­fika­tion zwis­chen ihrem Kör­per und ihrem Ver­stand herzustellen. Der Kör­per ist hier und Ich bin dort. Und sie ver­suchen dem Kör­per von oben herab zu befehlen, jetzt bitte mit dem Rauchen aufzuhören und erk­lären ihm, wie schädlich es doch ist. Auf diese Weise wird es aber niemals funk­tion­ieren. Es funk­tion­iert nur, wenn man es erfühlt. Wenn man den eige­nen Kör­per auch als Teil von sich selbst bewusst wahrn­immt und beim rauchen, essen, tanzen, laufen, sprin­gen, lachen, weinen usw. in sich hinein fühlt, dann kann der Ver­stand auf jegliche Überzeu­gungsar­beit verzichten, dann wird man ein­fach aufhören zu rauchen oder ist nach 3 Stückchen Schoko­lade schon satt oder hört ein­fach auf etwas in der Ver­gan­gen­heit vorge­fal­l­enes zu bedauern und kann wieder lachen — ein­fach so. Klick.

Ger­ade bei Krankheiten wie Dia­betes, Schla­gan­fall, Rücken– oder Knieprob­le­men sowie eini­gen Kreb­sarten gibt es näm­lich sehr wohl einen Zusam­men­hang mit dem Lebensstil. Dazu mehr gibt es hier.

Die Milchlüge

Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Milch“ hören? Welche Bilder fallen Ihnen ein? Eine grüné Wiese mit glück­lichen Kühen, die in aller Muße saftiges Gras fressen? Groß­mut­ters Mah­nung, immer genug Milch zu trinken damit die Knochen nicht porös wer­den? Die Milchschnitte-, Kinder-Schokobons-, Kinder-Überraschungsei-  und Joghurt-Werbung? Mit vor Energie strotzen­den, aufgeweck­ten Kindern, die sich für Ihre Extra-Portion Milch erst­mal ein „Schokobon“ in den Mund schieben? Wie fühlen Sie sich nach einem Tag mit Milchkaf­fee und Joghurt-Müsli zum Früh­stück, einer Käsesahne-Sauce zu Mit­tag, einem Stück Sahne-Torte zum Nachmittags-Kaffee und einem Brot mit Käse zu Abend?

Ist es nicht so, dass wir uns — trotz der Pro­pa­ganda von fit­ten, immer leis­tungs­bre­iten Men­schen — zunehmend kränker fühlen? Im All­ge­meinen mag unsere Lebenser­wartung gestiegen sein. Mas­siv zugenom­men haben aber auch  Krankheiten wie Parkin­son, Demenz und Alzheimer — die in immer jün­geren Jahren auftreten, ebenso wie  Tumor­erkrankun­gen, die mit­tler­weile Men­schen aller Alters­grup­pen in steigen­dem Maße betreffen.

Haben Krankheiten wie Asthma, Mit­telohrentzün­dun­gen, Hau­tauss­chläge, schwere Aufmerk­samkeits­de­fizite (ADS), Dia­betes schon bei Kindern, Darm­prob­leme, Kreis­la­u­fat­tacken, Osteo­porose, Neu­ro­der­mi­tis, diverse Allergien und Lebens­mit­telun­verträglichkeiten (nicht nur Kindern, son­dern auch Erwach­se­nen), tat­säch­lich einen gemein­samen Nenner?

Kön­nte es sein, dass Milch, das mod­erne Allround-Nahrungsmittel, einen Anteil an dieser Entwick­lung hat? Dass sie gar nicht so gesund ist, wie von der Wer­bung, Ernährungswirtschaft und –wis­senschaft sug­geriert wird?

Wenn man sich in seinem Bekan­ntenkreis ein wenig umhört, so stellt man ziem­lich schnell fest, dass unser Ver­hält­nis zur Milch kaum reflek­tiert und lei­der fast auss­chließlich von der Wer­bung bes­timmt ist.

Daraus resul­tiert das gängige Motto:

Milch ist gut und gesund.

Doch warum ist dann die Osteo­porose­häu­figkeit in Län­dern mit hohem Milchkon­sum weltweit am höch­sten, während Län­der, die tra­di­tionell keine Milch­län­der sind (Japan, China), wenn überhaupt nur geringe Raten an west­lichen, soge­nan­nte Zivil­i­sa­tion­serkrankun­gen verzeichnen?

Dieser Fragestel­lung wid­met sich Maria Rollinger in ihrer 2004 zum ersten Mal veröf­fentlichten, sehr gut recher­chierten und belegten wis­senschaftlichen Arbeit mit dem pro­vokan­ten Titel „Milch besser nicht“, auf das ich mich in diesem Artikel beziehen werde. Die Seiten­zahlen der direkt oder indi­rekt zitierten Stellen gebe ich in Klam­mern an.

Die Milch-Mythen

Maria Rollinger räumt mit eini­gen Milch-Mythen auf.

  1. Babys trinken Milch, es ist die erste Nahrung, die sie auf dieser Welt zu sich nehmen. Was für Babys gut ist, kann auch für Erwach­sene nicht schaden.
  2. Milch enthält viel Kalz­ium, das ist wichtig für die Knochen und die Zähne.
  3. Ich ver­trage Milch ganz gut, würde sie meinem Kör­per nicht gut tun, hätte ich Laktoseintoleranz.
  4. Milch macht schlank und beugt Übergewicht vor.
  5. Milch ist gesund.
  6. Milch ist ein natür­liches Nahrungsmit­tel.


1.

Milch als müt­ter­liche Urnahung für Men­sch und Tier — soweit ist das kor­rekt. Milch ist auss­chließliches und einziges natür­liches Lebens­mit­tel für den jew­eili­gen Nach­wuchs — diese Tat­sache führt offen­bar zur kri­tik­losen Akzep­tanz des immer weiter wach­senden Kom­sums von Milch­pro­duk­ten auch im Leben von Erwach­se­nen. Ein Detail wird dabei überse­hen bzw. trotz besseren Wis­sens übergangen:

Die Men­schenmilch ist die Nahrung für das Men­schenkind und die Kuhmilch ist die Nahrung für … ? Ganz genau, die Nahrung für das Kalb.

Dieser Punkt ist von ganz entschei­den­der Bedeu­tung, denn darin unter­schei­den wir uns von allen anderen Säugetieren. Im Gegen­satz zu uns, nehmen diese nach der Saug­pe­ri­ode als Her­anwach­sende und Erwach­sende keine Milch mehr zu sich. Ihr Gesund­heit­szu­s­tand ist im All­ge­meinen unter natür­lichen Bedin­gun­gen her­vor­ra­gend. Wir hinge­gen nehmen noch bis ins hohe Alter täglich Milch­pro­dukte zu uns — jedoch keine der eige­nen Spezies, son­dern aus fremder Milch, überwiegend aus Kuhmilch.

2.
Kalz­ium ist tat­säch­lich eines der wichtig­sten Min­er­alien im men­schlichen Kör­per. 99% davon befinden sich in den Knochen und den Zäh­nen. Doch was passiert, wenn wir Kalz­ium zu uns nehmen? Was macht der Kör­per damit? Diese Frage stellt sich lei­der kaum einer.

Kalz­ium spielt zusam­men mit Mag­ne­sium eine wichtige Rolle in der Herz­muskel­funk­tion, es reg­uliert die Rei­zleis­tung zwis­chen Ner­ven­zellen und ist an der Blut­gerin­nung beteiligt. (Die Blut­gerin­nung ist ein lebenswichtiger Mech­a­nis­mus, da der Men­sch sonst bei kle­in­sten Ver­let­zun­gen der Haut oder der Organe verbluten würde.) Da der Kör­per Kalz­ium ver­braucht, müssen wir kon­tinuier­lich neues über die Nahrung aufnehmen. Nehmen wir zu wenig Kalz­ium zu uns, wird es aus den Knochen mobil­isiert, was diese natür­lich auf Dauer schädigt. Das leuchtet ein. Damit das nicht passiert, haben wir gel­ernt, müssen wir viel Milch trinken.

Tat­säch­lich enthält Milch viel Kalz­ium, 1200 mg pro Liter, um genau zu sein. Das ist sogar etwas mehr als von der DGE emp­fohle­nen Tages­menge von 900‑1000 mg für einen Erwach­se­nen. Also stimmt es: viel Milch = viel Kalz­ium!? Nein, die Addi­tion ist nur allzu ober­fläch­lich. Wir haben vergessen danach zu fra­gen, was passiert, wenn die Milch unseren Gau­men passiert. (157) Die einzige Frage, die in diesem Zusam­men­hang rel­e­vant ist, ist also:

wie viel dieses Kalz­i­ums kommt dem men­schlichen Kör­per überhaupt zugute?

Der Kör­per ver­wen­det im all­ge­meinen nur 30 – 40% des Nahrungskalz­i­ums — daraus wird kurz­er­hand abgeleitet, dass wir beson­ders viele Milch­pro­dukte essen müssen. Und schon stellt sich die näch­ste Frage:

a)  was passiert eigentlich mit den 60 – 70% des nicht ver­w­erteten Kalz­i­ums, nach­dem wir die vie­len Milch­pro­dukte gegessen haben?

und

b)  wie funk­tion­iert das mit der Kalz­i­um­re­sorp­tion (Ver­w­er­tung) eigentlich genau?

Was viele nicht wis­sen ist, dass der Kalz­i­umhaushalt des Men­schen nicht nur von der täglichen Kalz­iumzufuhr bes­timmt wird, son­dern auch von den Kalz­iumver­lus­ten durch Harn– und Stuh­lauss­chei­dung. Milch, beson­ders Milch­pro­dukte wie Käse, enthal­ten viel Eiweiß. Zu viel Eiweiß in der Nahrung führt zu hohem Kalz­i­umver­lust durch den Urin.

Auch einzelne schwe­fel­haltige Aminosäuren, die in Milch und Milch­pro­duk­ten in hohen Konzen­tra­tio­nen vorkom­men, sind für Kalz­i­umver­luste ver­ant­wortlich. Dazu gehört das Methionin, das beson­ders in Käse, Quark, Joghurt und anderen Sauer­milch­pro­duk­ten enthal­ten ist. Was sagt uns das? Unter anderem,

dass tierische Eiweißquellen (Milch­pro­dukte, Fleisch, Eier) im Gegen­satz zu pflan­zlichen auf­grund des höheren Gehalts an schwe­fel­halti­gen Aminosäuren und Natrium erhe­blich zu Kalz­i­umver­lus­ten beitra­gen. (159)

Rollinger beschreibt den Eiweißüberschuss-Kalziumverlust-Mechanismus (Hyper­cal­ci­urie) wie folgt (160):

  • Proteine/Aminosäuren sind Grund­bausteine des Organ­is­mus, für jedes Leben notwendig. Der men­schliche Kör­per kann jedoch Pro­teine bzw. Aminosäuren nicht über län­gere Zeit spe­ich­ern, wie das bei Fett und Kohlen­hy­draten der Fall ist.
  • Nicht ver­w­ertetes Eiweiß wird daher abge­baut und ausgeschieden.
  • Dabei fungiert das Kalz­ium als Säureneu­tral­isator.
  • Denn beim Abbau von überschüs­sigem Eiweiß entste­hen Abbaupro­dukte, wie z.B. Säuren, die zunächst das Säure-Basen-Gleichgewicht des Organ­is­mus beein­trächti­gen. Es kommt zur viel­beklagten Übersäuerung des Organismus.
  • Die ent­stande­nen Säuren verbinden sich mit einem Neu­tral­isator, meis­tens dem Kalz­ium, und wer­den zusam­men mit ihm ausgeschieden.
  • Ist nicht genug freies Kalz­ium vorhan­den, mobil­isiert es der Kör­per aus den Knochen.
  • Auf diese Weise trägt ein dauern­der Eiweißüber­schuss zusam­men mit einem nicht adäquaten Kalz­i­u­mange­bot aus der Nahrung zur Kalz­i­u­mentleerung der Knochen bei.

Mit­tler­weile gibt es Hin­weise dafür, dass die Men­schheit eher an einem Mag­ne­sium­man­gel lei­det, der von Kalzium-Überschüssen begün­stigt wird. Milch­pro­dukte enthal­ten im Ver­gle­ich zu Kalz­ium sehr wenig Mag­ne­sium. Zur opti­malen Ver­w­er­tung soll­ten Kalz­ium und Mag­ne­siu­mim­mer im Ver­hält­nis 2 : 1 aufgenom­men wer­den, was mit Milch­pro­duk­ten nicht möglich ist, mit pflan­zlichen Lebens­mit­teln jedoch durchaus.

Kalz­ium findet sich in pflan­zlichen Pro­duk­ten in für den Men­schen vol­lkom­men
aus­re­ichen­der Menge und in einem ide­alen Kalzium-Magnesium-Verhältnis.

Zum Beispiel in in Sesam, Man­deln (z. B. in Form von Mandel“milch“, Man­del­mus, usw.), Hasel­nüssen und Lein­samen, in grünem Gemüse und Wildgemüse wie z. B. Grünkohl, Löwen­zahn, Gartenkresse, Brun­nenkresse, Brokkoli, Fenchel, Man­gold, Möhren und in vie­len weit­eren mehr. Kalz­i­um­re­ich sind außer­dem Mohn, Kräuter und Küchengewürze (getrock­nete Kräuter), Meeres­gemüse, Brennnes­seln, Kichererb­sen (und andere Hülsen­früchte), Trock­en­früchte (Feigen, Aprikosen), Sojamilch, Reis­milch, Hanfmilch, Tofu und Tempeh.

3.
Lak­to­sein­tol­er­anz ist zwar das deut­lich­ste Zeichen, dass Milch einem wirk­lich nicht gut tut, aber man muss es nicht dazu kom­men lassen. Fühlen sie nach dem näch­sten Joghurt-  oder Eis­becher genauer in sich hinein — läuft die Veradu­ung geschmei­dig ab oder gibts ordentliches Grum­meln, evtl. sogar Blähungen…?

Tat­sache ist: Das beim Men­schen in der Kind­heit vorhan­dene spezielle Enzym zur Kaseinspal­tung, die Chy­mase, ist im Erwach­se­nenal­ter nicht mehr vorhan­den. Das heißt kurz gesagt, dass der Käse, den wir essen, wahrschein­lich nur hal­b­ver­daut den Darm passiert und damit auch das an ihn gebun­dene Kalzium.

Nur etwa 1/3 des Gesamtkalz­i­ums der Milch ist in gelöster Form vorhan­den. Im Labkäse — also in fast allen Weich-, Schnitt-  und Hartkäsen — liegt überhaupt kein freies Kalz­ium mehr vor, d. h. es ist fest an das Eiweiß gebunden.

Trotz­dem wird Käse, beson­derns Hartkäse, als her­vor­ra­gende Kalz­i­umquelle beze­ich­net. Veröf­fentlichun­gen, die den Kalz­i­umge­halt von Lebens­mit­teln aufzählen — auch wenn es sich um Pub­lika­tio­nen aus dem medi­zinis­chen und phar­mazeutis­chen Bere­ich han­delt, kann ich darum nicht ernst nehmen.

Darüber hin­aus hemmt Lak­tase­man­gel bei den Betrof­fe­nen (etwa 15% der hiesi­gen Bevölkerung), solange sie Milch­pro­dukte essen, die Kalz­i­um­re­sorp­tion, die Folge ist chro­nis­cher Kalz­i­um­man­gel. (161f.)

Es kann also ein laten­ter Kalz­i­um­man­gel vor­liegen, der durch reine Blutkalz­i­umbes­tim­mungen nicht festzustellen ist. Bei chro­nis­chen Dar­mentzün­dun­gen, anderen Mal­ab­sorp­tion­ser­schei­n­un­gen und Nahrungsmit­te­lal­lergien ist das oft entschei­dend. Wird so ein verdeck­ter Kalz­i­um­man­gel nicht diag­nos­tiziert, so zeigen sich die Fol­gen erst auf lange Sicht und wer­den dann fataler Weise auch nur sel­ten in Zusam­men­hang mit der Grun­derkrankung gebracht. (163)

4.
Milch, die natür­liche Nahrung für junge Säugetiere, die wach­sen und Gewicht zule­gen sollen, enthält, wie schon angedeutet, neben Kalz­ium auch viel Eiweiß, dazu kom­men Wach­s­tumshormone, Kohlen­hy­drate und Fett. Alles zusam­men genom­men drüfte Milch trotz des Kalz­i­umge­halts eher der Gewicht­szu­nahme förder­lich sein als umgekehrt. Der Umkehrschluss -

gestörte Kalz­i­um­re­sorp­tion = Gewicht­szu­nahme
nor­male Kalz­i­um­re­sorp­tion = Gewichtsreduktion

ist in diesem Fall also nicht zuläs­sig. Vielmehr müsste es heißen: Milch macht dick. Zwar führen Erkrankun­gen verur­sacht durch verdeck­ten Kalz­i­um­man­gel oft zu Gewichtsver­lust und Diar­rhöen, genauso kommt es aber auch häu­fig zu Übergewicht. Denn, obwohl die Betrof­fe­nen sehr wenig essen, nehmen sie  immer weiter zu. Das wird nor­maler­weise mit einer zu gerin­gen Stof­fwech­selleis­tung erk­lärt, die Ursache des gerin­gen Stof­fwech­selum­satzes wolle man aber offiziell nicht ken­nen, so Rollinger. Mit­tler­weile nehmen manche Forscher an, dass ger­ade die schlechte Kalz­i­um­re­sorp­tion für das Übergewicht ver­ant­wortlich ist. (Umgekehrt kommt es bei aus­re­ichen­der Kalz­i­umzu­fuhr bei Men­sch und Tier zu einer sig­nifikan­ten Gewichtsab­nahme durch schnellere Fettver­dau­ung und Abbau des Fettdepots.)

Kalz­i­um­man­gel senkt die Kör­pertem­per­atur und erhöht die Fet­tein­lagerung in das Gewebe. Das würde auch erk­lären, warum viele übergewichtige Nahrungsmit­te­lal­lergiker, sobald sie nach der Diag­nose das entsprechende Nahrungsmit­tel mei­den, abnehmen.

Eine aktuelle Studie der Har­vard Med­ical School hat fest­gestellt, dass weder Milch nicht eine hohe Nahrungskalz­i­u­mauf­nahme das Osteo­poroserisiko bei Frauen nach der Menopause  reduzierten — der Reduk­tion­sef­fekt ging allein vom Vit­a­min D aus, das in Milch fast nicht vorhan­den ist. Übrigens ist das Vorhan­den­sein von Vit­a­min D zur aktiven Kalz­i­um­re­sorp­tion im Dün­ndarm Voraus­set­zung. Viele Men­schen in unseren Bre­iten lei­den unter einem laten­den Vit­a­min D-Mangel, beson­ders schlimm ist es in den Win­ter­monaten: man kommt im Dunkeln zur Arbeit und geht im Dunkeln nach Hause. Das kün­stliche Licht auf der Arbeit hat aller Hel­ligkeit zum Trotz nicht ein­mal annäh­ernd den Effekt, den echtes Son­nen­licht in Verbindung mit Vit­a­min D hat. (164)

In diesem Sinne trägt der ver­bre­it­ete Vit­a­min D-Mangel höchst­wahrschein­lich viel eher zur all­ge­mein schlechten Kalz­i­umver­sorgung unserer Bevölkerung bei als die über die Nahrung aufgenommene Kalziummenge.

5.
Milch besteht zu 87% aus Wasser und zu etwa 13% aus Trock­enbe­standteilen, let­ztere beste­hend aus

4,8 % Milchzucker (Lak­tose),
4     % Fet­ten (Lipide),
3,5 % Eiweißen (Pro­teinen),
0,7 % Min­er­al­stof­fen und Enzy­men, Hor­mo­nen, Fremd­stof­fen und Vit­a­mi­nen,

die teil­weise auch im Wasser­an­teil gelöst wer­den. Rollinger hebt her­aus: dass die Enzyme und Hor­mone quan­ti­ta­tiv zwar uner­he­blich scheinen mögen, aber ein erhe­bliches Wirkungspoten­zial hät­ten, das jedoch bis heute nur unzure­ichend erforscht sei. (167)

Lak­tose

Lak­tose kommt in der Natur auss­chließlich in der Mut­ter­milch der ver­schiede­nen Säugetiere vor. Sie ist ein so genan­nter Zweifachzucker (Dis­ac­cha­rid). Lak­tose wird durch das Enzym Lak­tase in ihre bei­den Ein­fachzucker, Trauben­zucker (Glu­cose) und Schleimzucker (Galak­tose), ges­pal­ten, die den Jungssäugern als Nahrung dienen. Nach dem Abstillen lässt die Pro­duk­tion des Enzyms langsam nach — daher wird es für den Darm nach und nach immer schwieriger Milch zu ver­dauen, bis schließlich im Erwach­se­nenal­ter keine oder nur noch eine geringe Menge des Enzyms pro­duziert wird. (167)

Heute enthal­ten die Milch­pro­dukte eine viel höhere Menge Milchzucker als früher und darüber hin­aus wird er in Form von Milch– und Molken­pul­ver auch anderen Nahrungsmit­teln zuge­setzt, beispiel­sweise Quark, Joghurt, Käse, Eis und andere.  Das Milch­pul­ver enthät dabei bis zu 70% Lak­tose, womit sich die Trock­en­masse der Pro­dukte erhöht. Damit kann dann Wasser in den Pro­duk­ten gebun­den wer­den, das da nicht hineingehört.

Indus­triell hergestellte Milch­pro­dukte enthal­ten also erhe­blich mehr Milchzucker als jene aus tra­di­toneller Pro­duk­tion. (Neben­bei: auch Bio-Milchprodukte wer­den oft mit Milch­pul­ver ver­stärkt.) Da Lak­tose nur schwach süßt, ist es das ide­ale Füllmit­tel in indus­triell gefer­tigten Pro­duk­ten. Als klas­sis­che Ein­satzbere­iche nennt Rollinger die Phar­mazie und Met­zgerei. So wird Lak­tose z.B. bei Pillen und Tablet­ten genauso wie in Schinken (damit er schön rot bleibt und etwas schw­erer wird) einge­setzt. (168) In immer mehr Lebens­mit­tel ver­sucht man Lak­tose einzuschmuggeln: in Brot, Brötchen, Tiefküh­lkost (Pizza, Pommes…), beson­ders Tiefkühlgemüse, in sämtlichen ver­ar­beit­eten Lebens­mit­teln, wie Saucen, Fis­chkon­ser­ven und Fer­tig­gerichten, sogar im Pul­verkaf­fee und der Getränkein­dus­trie. Die zusät­zliche Unter­mis­chung von Milchbe­standteilen in andere Milcherzeug­nisse ist dabei völ­lig kennze­ich­nungs­frei! (168)

Galak­tose

Galak­tose ist ein Ein­fachzucker (Mono­sac­cha­rid) und schmeckt kaum süß. In der Natur kommt sie hap­t­säch­lich in anderen Zuck­ern gebun­den vor, in Lak­tose, Raf­fi­nose, Stachyose, Ver­bas­cose und in Dick­ungs– und Gelier­mit­teln, wie Agar-Agar, Johan­nis­brotk­ern­mehl, Gum­mistoffe, Pectin­stoffe, Car­rageen und Algen. In allen ver­ar­beit­eten Lebens­mit­teln ist in der Regel einer dieser Zusatzstoffe zu finden. Die Haup­tquelle ist aber der Milchzucker. (169)

Galak­tose spielt eine große Rolle im Zell– und Gehirn­stof­fwech­sel, was auch der Grund dafür sein kön­nte, dass die men­schliche Mut­ter­milch den höch­sten Galak­tosege­halt unter allen Säugetieren aufweist: Mut­ter­milch ca. 3,7 g/100 g — Rohmilch Kuh ca. 2,5 g/100 g. Und weil Galak­tose so wichtig ist, kann der Kör­per sie auch selbst her­stellen — sie muss also nicht erst mit der Nahrung zuge­führt wer­den. So hat man früher nur geringe Men­gen Galak­tose zu sich genom­men. Mit der mod­er­nen Milch­ernährung jedoch, hat sich das radikal gewan­delt und es ist anzunehmen, dass die heute zu ver­dauen­den Men­gen von Milch-Galaktose evo­lu­tion­s­geschichtlich betra­chtet prak­tisch unver­daulich sind. Jetzt nehmen wir Unmen­gen an Galak­tose zu uns — in Form von Milchzucker. Ein Beispiel:

Ein Glas Milch (300 g) enthäkt ca. 8250 mg Galak­tose, das entspricht etwa 82 kg Möhren oder 36 kg Tomaten.

Milchzucker wird im Dün­ndarm durch das Enzym Lak­tase in seine bei­den Bestandteile ges­pal­ten, erst dann ist sie in unge­bun­dener Form vorhan­den. Freie Galak­tose ist für den Kör­per nicht ver­w­ert­bar. Sie muss erst in der Leber zu Glukose umge­wan­delt wer­den, was durch drei Enzyme passiert. Fehlt auch nur eines davon, kommt es beim Essen von galak­tose­halti­gen Nahrungsmit­teln zu gesund­heitlichen Beein­träch­ti­gun­gen, da freie Galak­tose sonst im Blut zirkuliert, wo sie Gift für den Kör­per ist. Die Folge sind unter anderem fol­gende Krankheiten:

  • Ansamm­lung von Galak­tikol in den Augen­lin­sen — Aus­prä­gung von Katarak­ten (Lin­sen­trübun­gen), z.B. Grauem Star
  • Störun­gen des Nervensystems
  • Störun­gen der Feinmotorik
  • geistige Retardierung
  • Ovar­i­al­störun­gen — bis hin zu Unfrucht­barkeit bei Frauen (Galak­tose greift die Keimzellen der Eier­stöcke an)
  • Ovarial-Krebs

Lei­der wird auch hier in der Regel dem Zusam­men­hang von Milchkon­sum (= hoher Galak­tosege­halt) und der Erkrankung keine Aufmerk­samket geschenkt. Dabei gibt es Stu­dien, die ein­deutig bele­gen, dass die Unfrucht­barkeit umso höher ist, je höher der Milchkon­sum ist. Laut einer neueren deutschen Studie zu Hodenkrebs, scheint Galak­tose auch auf die Keim­drüsen der männlichen Hoden neg­a­tiv zu wirken. (171f.) Übrigens enthal­ten auch lak­tose­freie Milch­pro­dukte große Men­gen freier Galaktose!

Milchei­weiß

Die Eiweiße der Milch beste­hen zum einen aus Kaseinen (80% des Gesamtei­weißes), zum anderen aus Molken­pro­teinen (20%). Neben Hüh­nerei­weiß sind sie die häu­fig­sten Verur­sacher von Nahrungsmit­te­lal­lergien. Jede Mut­ter­milch enthält Kaseine, die bei der Ver­dau­ung zu Kaso­mor­phi­nen (auch Exor­phine oder bioak­tive Sub­stanzen) abge­baut wer­den. Isst man also Pro­dukte aus Kuh­milch, nimmt man die für Kühe art­spez­i­fis­chen Exor­phine zu sich.

Allein diese Tat­sache sollte genü­gen, um rege Zweifel zu wecken daran, ob art­fremde Milch wirk­lich so opti­mal für unsere Ernährung ist. Ins­beson­dere, weil ohne­hin schon einige spiez­i­fis­che Symp­tome mit den bioak­tiven Sub­stanzen der Milch in Verbindung gebracht wer­den, z.B. ADS bei Kindern, Depres­sio­nen und Autismus bei Erwach­se­nen. (178)

Hor­mone

Milch enthält neben ver­schiede­nen Wach­s­tumshormo­nen Sex­u­al­hor­mone, Hor­mone, die den Hypo­thal­a­mus, den gas­troin­testi­nalen Bere­ich (Magen, Darm), die Schild­drüse und die Neben­schild­drüsen bee­in­flussen. Mit­tler­weile ahnt man etwas von der großen Wirkung, die Wach­s­tumshormone ent­fal­ten könnten.

Das mag fol­gende Geschichte veranschaulichen:

In den 1980er Jahren hat die US-Firm Mon­santo ein gen­tech­nisch hergestelltes Rinderwach­s­tumshormon zur Erhöhung der Milch­leis­tung von Kühen entwick­elt: das recom­bi­nante Bovine Soma­totropin (rBST). Es sollte in den 1990er Jahren in den Indus­trielän­dern ver­mark­tet wer­den. Im Rah­men der Zulas­sungsver­fahren soll­ten in den USA, Kanada und der EU  Wis­senschaftler  sich einge­hen­der mit dem Thema befassen. Die Ergeb­nisse der Stu­dien machten deut­lich, dass rBST gravierend in den Stof­fwech­sel der Tiere ein­greift und ihre Gesund­heit schädigt. (Kanada und die EU haben die Anwen­dung von rBST 1999 endgültig ver­boten, während es in den USA schon Anfang 1994 zuge­lassen wurde.)

Das EU-Verbot stütze sich auf einen Bericht des Wis­senschaftlichen Auss­chusses für Tierge­sund­heit und Tier­schutz (SCAWAH), den BST-Tier-Report. Darin wird die Bedeu­tung vor allem des Wach­s­tumshormons IGFI (= insulin-linke growth-factor) dargestellt, dessen Bil­dung durch Verabre­ichung von rBST an Milchkühe ver­stärkt wird, was zur Steigerung des IGFI-Spiegels un der anderen Wach­s­tumshormone in der Milch führt.

rBST-Verabreichung → erhöhtes IGFI → höhere Milchproduktion

Was küm­mert mich irgend­soein Rinder­hor­mon? Einiges! IGFI ist näm­lich ein artüber­greifendes Hor­mon und ger­ade das vom Rind und vom men­schlichen Kör­per pro­duzierte IGFI ist iden­tisch. (190) IGFI ist im men­schlichen Kör­per in den Zellen gebun­den. Da sich durch Milchkon­sum der IGFI-Spiegel erhöht, ist es bald  im Stof­fwech­sel frei ver­füg­bar. Die genauen Auswirkun­gen sind noch umstrit­ten. Unbe­strit­ten hinge­gen ist, dass IGFI eine Schlüs­sel­sub­stanz beim Wach­s­tum und bei der Aus­bre­itung von Tumoren ist. Das Wach­s­tum fast aller (!) Tumorarten — ins­beson­dere von Brust– und Prostata­tu­moren — wird damit in Verbindung gebracht. (191)

 •

Was viele auch nicht bedenken ist, dass die Milch heute nicht mehr die Milch ist, die unsere Eltern und Großel­tern noch bis in die 70er Jahre des let­zten Jahrhun­derts kon­sum­ierten. Indus­triell hergestellte Milch­pro­dukte essen wir erst seit den 1960er und 70er Jahren, also seit etwa 30 – 40 Jahren. Ins­beson­dere in drei Bere­ichen hat es in diesem Zeitraum gravierende Verän­derun­gen gegeben (86):

1.  Keim­flora der Milch

2.  Fettge­halt

3.  Eiweißge­halt


Keimflora

In firsch gemolkener Milch kom­men wie überall in der Natur Keime vor, wobei die Milch­säure­bak­te­rien alle andern bei Weitem übertr­e­f­fen. Das hat den Effekt, dass die Milch, wenn sie länger steht, erst ein­mal sauer wird und nicht faulig. Das ist eine Art milcheigener Selbst-(bzw. Faulnis-)schutz-Mechanismus. (86)

Da die Milch, die wir ken­nen, spätestens seit den 1970ern nicht mehr „frisch“ ist, son­dern abgepackt tage­lang im Super­markt lagert, bevor sie bei uns auf dem Tisch lan­det, wird in diesen natür­lichen Prozess einge­grif­fen. Die Molk­ereien müssen die Milch vor ihrer Ver­ar­beitung tage­lang als Flüs­sigkeit halt­bar machen. Das geschieht durch Küh­lung, wodurch die natür­liche Milch­säurefer­men­ta­tion unter­drückt wird.

Gekühlte Milch ist aber der ide­ale Nährbo­den für Fäul­nis­bak­te­rien (sog. psy­chothrope (Kälte liebende) Keime), die sich dann munter ver­mehren. Einige Arten dieser Keime überleben nicht nur die Pas­teurisierung, son­dern auch die Ultra­hocher­hitzung (UHT). Da die Milch vor ihrer Ver­ar­beitung weder gerin­nen, noch faul wer­den darf, wird die Gesamtkeimzahl der Rohm­lich auf ein Min­i­mum reduziert. So betrug der zuläs­sige Keimzahlge­halt für Rohmilch in den 1970er und 80er Jahren noch 500.000 und wurde bis in die 1990er Jahre auf 100.000 Keime pro Mil­li­liter gesenkt.

Den­noch kann man nicht sagen, dass die Milch heute keimärmer ist als früher. Vielmehr ist das Gegen­teil der Fall. Das liegt daran, dass der Ein­satz von Melk­maschi­nen, neuen Melk­stän­den und der Umstel­lung von Kan­nen auf Tanksam­mel­wa­gen (die sich nicht voll­ständig reini­gen lassen) statt zur Keim­re­duk­tion zu einer Rekon­t­a­minierung mit Keimen geführt hat. Zusam­men mit der lan­gen Lagerungszeit von zwei bis drei Tagen sind diese Tech­niken die Ursache für die Verkeimung von Rohmilch. (87f.)

Im Gegen­satz dazu ist die von hand gewonnene und in saubere Eimer gefüllte Rohm­lich rel­a­tiv keimarm und ihre Keim­flora besteht überwiegend aus Milch­säure­bak­te­rien. Die über Melk­maschi­nen gewonnene Milch ist trotz aller Hygiene und Desin­fek­tion viel keim­re­icher und darüber hin­aus auch reicher an soma­tis­chen Zellen — da maschinelles Melken zu chro­nis­chen Euter­entzün­dun­gen führt. Auch die chro­nis­che Mas­ti­tis vieler Kühe und ihre Bekämp­fung durch Antibi­otika begün­stigt die Verän­derung der Keim­flora. So wird let­zen Endes die Keim­flora der maschinell gewonnenen Milch von Fäul­nis­bak­te­rien dominiert. (88)

Fettge­halt

Die Milch ist heute viel fet­thaltiger als früher. Vor hun­dert Jahren lag der Fettge­halt der Milch bei 3 %, heute liegt er bei 4,2 %. In der Molk­erei wird die Rohmilch zunächst voll­ständig in Rahm und Magermilch/Milchplasma getrennt, um anschließend auf einen beliebi­gen Fettge­halt eingestellt zu werden.

Neben der Quan­tität hat sich auch die Qual­ität des Fettes verän­dert. Denn das verän­derte Fut­ter (wenig Bal­last­stoffe, pro­tein­re­iches Kraft­fut­ter und Mais­si­lage, kein Wiesen­fut­ter im Som­mer) hat dazu geführt, dass sich die Zusam­menset­zung der Fettsäuren von mehr ungesät­tigten hin zu mehr gesät­tigten ver­schoben hat. (Gesät­tigte Fettsäuren gel­ten ernährungsphys­i­ol­o­gisch als ungün­stig.) Das hat vor allem ethisch nicht vertret­bare Kon­se­quen­zen, doch dazu an anderer Stelle mehr. (90)

Eiweiß

Eiweiße gehören zu den Hauptbe­standteilen der Milch. Durch Zuch­tauswahl und gen­tech­nol­o­gisch verän­derte Kühe wird die Eiweißzusam­menset­zung speziell der Kaseine bee­in­flusst. In der Milch solcher Kühe sind mehr beta- und kappa–Kaseine enthal­ten, die die Käsev­er­ar­beitung– und aus­beute gün­stig bee­in­flussen. Auf diese Weise soll die Milchver­ar­beitung noch weiter ratio­nal­isiert werden.

Die Designer-Milch von Kappa-Kasein-Kühen, wie sie genannt wer­den, wird direkt in die Käserei geliefert. Nie­mand inter­essiert sich dafür, ob die Ver­mehrung dieser spez­i­fis­chen Kaseine im Käse möglicher­weise gesund­heitss­chädlich sind. (90f.)

Rück­stände und Schadstoffbelastung

In unserer Milch finden sich neben Tier­arzneimit­tel­rück­stän­den (bspw. Antibi­otika und Hor­mone), Pes­tiziden und Her­biziden, Rück­stän­den von Desin­fek­tion­s­mit­teln (vor allem Chlo­ro­form) auch Schad­stoffe wie z.B. Schw­er­met­alle und PCB.

Antibi­otika wird neben der Behand­lung von Euter­entzün­dun­gen (Mas­ti­tis) auch als Leis­tungsver­stärker (obwohl ver­boten) einge­setzt, während Pes­tizide und Her­bizide über das Fut­ter in die Milch gelan­gen, genauso wie Schw­er­met­alle und PCB. Und auch wenn die Ver­wen­dung von bes­timmten schädlichen Sub­stanzen bei uns ver­boten ist, so finden sie ihren Weg zu uns über Fut­ter aus der sog. Drit­ten Welt.

Zwar gibt es mit­tler­weile für viele Rück­stände und Schad­stooffe Höch­st­men­gen­verord­nun­gen, die von den Län­dern überwacht wer­den. „Wie effek­tiv die Überwachung und die Kon­trollen sind, zeigen die in regelmäßi­gen Abstän­den pub­lik wer­den­den Lebens­mit­tel­skan­dale“, so Rollinger. (91)

Milch und Zivilisationskrankheiten

 


Die zwis­chen Novem­ber 2005 und Jan­uar 2007  vom  Bun­desmin­is­teri­um für Ernährung, Land­wirtschaft und Ver­brauch­er­schutz (BMELV) durchge­führte  Nationale Verzehrstudie II unter­suchte erst­ma­lig bun­desweit wie sich unser Ernährungsver­hal­ten auf die Gesund­heit auswirkt. Ins­ge­samt wur­den  20.000 Per­so­nen zwis­chen 14 und 80 Jahren befragt. Die Studie ergab vor allem eines:

dass das Haupt­nahrungsmit­tel der Deutschen Milch und Milch­pro­dukte sind.

Umso pein­licher ist, dass die Milch zugle­ich auf der Hitliste für Aller­gene ganz oben steht — und das bei einem ange­blich für alle Men­schen — unter­schied­s­los — so gesun­dem Nahrungsmittel!

Nach der neuen Regelung für aller­gene Sub­stanzen aus dem Jahre 2005 sind Milchbe­standteile, auch ger­ing­ste Men­gen, die in Nicht-Milchprodukten enthal­ten sind und die in Fer­tig­pack­un­gen verkauft wer­den, zu deklar­i­eren. Wie die Her­steller die Milchbe­standteile nen­nen, bleibt ihnen selbst überlassen, so finden sich z. B. Milchei­weiß, Molkenei­weiß, Kasein, mod­i­fizierte Milchei­weiße etc., Lak­tose oder Milchzucker sowie Milchbe­standteile.

Dabei bleibt das Unter­mis­chen von Milchbe­standteilen in Milch­pro­dukte — also deren Trock­masseer­höhung mit­tels Unter­mis­chen von Milchei­weißen, Lak­tose usw. — dekla­ra­tions­frei. (282)

Als Grund für Zivil­i­sa­tion­serkrankun­gen wird gemein­hin der soge­nan­nte „west­liche Lebensstil“ ver­ant­wortlich gemacht, also: Stress, Bewe­gungs­man­gel und bal­last­stof­farme Ernährung. Ich will nicht bestre­iten, dass sie tat­säch­lich eine Rolle dabei spie­len, doch schaut man sich ein­mal das Leben in den soge­nan­nten Entwick­lungslän­dern, in Schwellen­län­dern, in Japan und China an, dann fällt auf, dass es diese Fak­toren dort ebenso gibt wie hier, ohne jedoch diesel­ben Krankheits­bilder zu erzeugen.

Es wird von allen Seiten immer mehr bezweifelt, dass sich die gravieren­den Unter­schiede zwis­chen den west­lichen Industrie-  und den eben genan­nten Län­dern allein durch Lebensstil­fak­toren erk­lären lassen.

Sucht man in den tra­di­tionellen Lebens­ge­wohn­heiten jedoch nach einem Fak­tor, der schichtüber­greifend, gle­icher­maßen alle Völker dieser Erde bet­rifft, so stößt man unweiger­lich auf den außeror­dentlich unter­schiedlichen Milchkon­sum, der jen­seits der west­lichen Hemis­phäre nur ger­ing bis gar nicht vorhan­den ist.

Und bedenkt man außer­dem, in welch kurzem Zeitraum sich die Milchin­dus­tri­al­isierung vol­l­zog, erscheint es nur logisch, dass so eine radikale Nährstof­fum­stel­lung zu gesund­heitliche Prob­le­men führen muss. (117)

Darüber hin­aus ist das Erstaunliche, dass unsere soge­nan­nten Zivil­i­sa­tion­skrankheiten in Län­dern ohne (oder einem sehr gerin­gen) Milch-/produktekonsum fast oder ganz unbekannt sind! Sie tre­f­fen die dor­ti­gen Men­schen erst mit Übernahme vor allem unserer Ernährung.

Im fol­gen­den möchte ich darum auf die Zusam­men­hänge zwis­chen dem Milch/-produkteverzehr und eini­gen Zivil­i­sa­tion­skrankheiten etwas genauer eingehen.

Milch und Diabetes

Beson­ders in Finn­land und Kanada wurde in den let­zten 20 Jahren fleißig der Zusam­men­hang zwis­chen Dia­betes und Milchkon­sum wis­senschaftlich erforscht worden.

Sie haben unter anderem bestätigt, dass Kuh­milchkon­sum im Säuglingsalter und in der früh­ern Kind­heit das Risiko an Dia­betes Typ I zu erkranken, erhe­blich erhöht. — Entsprechende Stu­dien sind aus fast allen Milch­län­dern von diversen Uni­ver­sitäten und Forschung­steams mit dem sel­ben Ergeb­nis durchge­führt worden. — Nur die USA kann bisher keine eige­nen Forschun­gen zu diesem Thema vor­weisen, weist aber gerne  die Milch-Diabetes-Studien anderer Län­der pauschal zurück, ohne eigene Forschungser­genisse entgegenzusetzen.

Den­noch erken­nen auch amerikanis­che Forscher als allerkle­in­sten gemein­samen Nen­ner an, dass viele Patien­ten mit Autoim­munerkrankun­gen und höherem Dia­betes­risiko auch erhöhte Antikör­per­w­erte gegenüber spez­i­fis­chen Kuh­milch­pro­teinen aufweisen. (118)

Rollinger beschreibt den Milch-Diabetes-Zusammenhang so:

Bes­timmte Molkenei­weiße (Seru­mal­bu­min, beta-Laktoglobulin), und bes­timmte Kaseine gel­ten als Sub­stanzen, die Immunreak­tio­nen aus­lösen und damit das Risiko an Dia­betes Typ I zu erkranken, erhöhen. — So hat z. B. das bovine Seru­mal­bu­min große Ähnlichkeit mit einem in der Bauch­spe­ichel­drüse gebilde­ten men­schlichen Eiweiß, das bei der Insulin­pro­duk­tion eine Rolle spielt. (119)

Wird das Kleinkind nun mit Kuh­milch gefüt­tert, entwick­elt es Antikör­per gegen die frem­den Eiweiße.

Die Antikör­per (die es gegen das bovine Seru­mal­bu­min entwick­elt) richten sich gle­ichzeitig gegen das eigene Bauch­spe­ichel­drüsenei­weiß, weil die Antikör­per das bovine nicht vom men­schlichen Eiweiß unter­schei­den können.

Offen­sichtlich ist die Nahrungsauf­nahme im Kleinkin­dal­ter für das spätere Risiko zu erkranken sehr entschei­dend, was daran liegen kön­nte, dass sowohl Darm als auch Bauch­spe­ichel­drüse erst Monate nach der Geburt voll funk­tions­fähig sind und vorher auf art­fremde Eiweiße beson­der kri­tisch reagieren.

Zwei neue Stu­dien aus Skan­di­navien sprechen auch für den Zusam­men­hang zwis­chen Milchkon­sum und Dia­betes Typ II.Die Stu­dien kom­men zu dem Ergeb­nis, dass Trinkmilch, Käse und ins­beson­dere Molke die Insulin­auss­chüt­tung nach einer entsprechen­den Mahlzeit gegenüber Fleisch, Fisch, Gluten und weißem Weizen­brot  beträch­lich erhöhen. (119)

Milch und Mul­ti­ple Sklerose

Auch der Zusam­men­hang zwis­chen Milch-Diabetes und Mul­ti­pler Sklerose ist mehr als nur eine epi­demi­ol­o­gis­che Hypothese. So sind im Jahre 2001 kanadis­che Forscher — bis­lang unwider­sprochen — mit Stu­di­energeb­nis­sen an die Öffentlichkeit getreten, die klar dar­legen, dass Dia­betes Typ I und Multi­ble Sklerose (MS) immu­nol­o­gisch sehr ähnliche Erkrankun­gen sind, d. h. sie sind kaum voneinan­der unterscheidbar.

Bei bei­den Erkrankun­gen erstreckt sich die Autoim­munreak­tion sowohl auf die Bauch­spe­ichel­drüse als auch auf das bei MS betrof­fene Ner­vengewebe.
Genauso sind in bei­den Fällen Immunreak­tio­nen auf Kuh­milch­pro­dukte involviert.

Auch die immer zurück­hal­tenden Deutschen fre­un­den sich langsam mit inter­na­tional disku­tierten The­sen zur Milch-  und MS-Problematik an. Selbst das Max-Planck-Institut für Neu­ro­bi­olo­gie in Mar­tin­sried hält mit­tler­weile einen Zusam­men­hang zwis­chen einem mit der Milch aufgenomme­nen Kuhmilch-Eiweiß und einer bes­timmten Form von Mul­ti­pler Sklerose für möglich, sind aber noch zurück­hal­tend mit weit­er­führen­den Forschun­gen. Auch Forscher haben Hem­mungen davor, an alten Glaubenssätzen herumzuschrauben. (120)

Epi­demi­ol­o­gis­che Betrachtungen

Dia­betes

Finn­land hat den höch­sten Milch-  und Milch­pro­duk­tekon­sum (252 kg/Kopf in 2000) und hat gle­ichzeitig weltweit die höch­sten Dia­betes­raten. Demge­genüber gehörte Spanien bis Ende der 1990er Jahre zu den EU-Ländern mit dem niedrig­sten Milch-  und Milch­pro­duk­tekon­sum (125 kg/Kopf in 2000) und hatte eine der niedrig­sten Diabetesraten.

Übrigens ist schon seit Beginn der 1990er Jahre bekannt, dass die Dia­betes­raten  par­al­lel zum Milchkon­sum in dem betr­e­f­fenden Land ansteigen.

Mul­ti­ple Sklerose

MS ist ohne­hin haupt­säch­lich auf die sog. Milch­län­der beschränkt — auch hier gibt es, wie gesagt, eine Verbindung zum Milchkonsum.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine über Jahre angelegte Studie hat ergeben, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesur­sache in Finn­land am höch­sten und in Griechen­land am niedrig­sten sind. In griechen­land wer­den noch weniger Milch-  und Milch­pro­dukte verzehrt als in Spanien. (120)

Inter­es­sant in diesem Zusam­men­hang ist auch, dass das Poly­meal–Konzept — in dem es um die Präven­tion von Herz-Kreislauferkrankungen durch Ernährung geht — kein einziges Milch­pro­dukt enthält. — Ein offenes Geheimnis?

Poly­meal indes, beruht auf einer inter­na­tionalen wis­senschaftlchen Studie, mit der Lebens­mit­tel gesucht wur­den, die sich al pro­tek­tiv gegenüber Herz-Kreislauferkrankungen gezeigt haben. Solche mit dem größten pro­tek­tiven Effekt waren: Fisch, schwarze Schoko­lade, Obst, Gemüse, Knoblauch, Man­deln und mäs­siger (!) Wein­genuss. (121)

Brustkrebs

WHO-Zahlen über die Brustkreb­shäu­figkeit weltweit decken sich mit denen über die Höhe des Milchkon­sums. (122)

Ganz oben mit der ste­hen mit dem weltweit höch­sten Milch­pro­duk­tekon­sum:
Däne­mark, die Nieder­lande, Schwe­den, die USA, Bel­gien, Frankre­ich, Finn­land, Deutsch­land, Kanada, Großbri­tan­nien, Aus­tralien, die Schweiz, Neusee­land, Ungarn, Ital­ien, Öster­re­ich und Nor­we­gen,

gefolgt von den Län­dern mit mit­tlerem Milchkon­sum, den europäis­chen Mit­telmeer­län­dern:
Por­tu­gal, Griechen­land, Spanien

und von Osteu­ropa:
Rus­s­land, Bul­gar­ien, Polen, Rumänien,

gefolgt von Län­dern, die langsam auf den west­lichen Lebensstil umschwenken, z. B.:
Brasilien, Mexiko, Japan, Malaysia und die Philippinen,

gefolgt von Län­dern mit immer noch sehr niedrigem Milchkon­sum, wie:
Südafrika, Indone­sien, China, Thai­land, Indien, Süd­ko­rea, Syrien, Saudi-Arabien und der Iran.

Übrigens wird selbst im Aus­land zur Ken­nt­nis genom­men, dass die Brustkreb­sraten auf dem Gebiet der ehe­ma­li­gen DDR viel niedriger lagen und noch liegen (obwohl natür­lich auch hier die Brustkreb­sraten par­al­lel zum höheren Milch­pro­duk­tekon­sum angestiegen sind) als in den Altbundesländern.

In Deutsch­land hinge­gen wird das öffentlich nicht disku­tiert — denn dann müssten auch solche Fra­gen zu Lebensstil und Ernährung gestellt wer­den, die zu den größten Tabuthe­men im Gesund­heits­bere­ich gehören. (122)

Brust-  und Prostatakrebs

Die englis­che Geo­chemik­erin Jane Plant hat auf der Grund­lage des Atlas der Kreb­ssterblichkeit­srate in der Volk­sre­pub­lik China und WHO-Statistiken die Brust-  und Prostatakreb­sraten inner­halb Chi­nas, Japans, Thai­lands und west­lichen Län­dern ver­gle­ichend dargestellt. Sie zeigen die überpro­por­tionale Häu­figkeit der Erkrankun­gen  in den west­lichen Län­dern gegenüber den asi­atis­chen und inner­halb dieser Län­der auch noch ein Stadt-Land-Gefälle in west­lich ori­en­tierten Städten Asiens.

In China wird Brustkrebs umgangssprach­lich als Reiche-Frauen-Krankheit beze­ich­net, weil sich nur Wohlhabende west­liche Nahrungsmit­tel leis­ten kön­nen (sie sind es auch die erkranken) — und dazu zählen vor allem Milch und Milch­pro­dukte (genauer: Milch, Eiskrem, Schoko­laden­erzeug­nisse und Käse), deren Kon­sum in bes­timmten chi­ne­sis­chen wie japanis­chen Städten als „Aus­druck des west­lichen Lebensstils“ stark zugenom­men hat — was wiederum Milch­pro­dukte als entschei­den­den Fak­tor, als gemein­samen Nen­ner, zu bestäti­gen scheint. (123)

Eine bere­its im Jahre 2003 veröf­fentl­ci­hte Studie aus Japan bestätigt außer­dem den Zusam­men­hang zwis­chen den gravieren­den Lebensstil­verän­derun­gen in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg und er par­al­lel dazu gestiege­nen Brustkreb­shäu­figkeit. Dabei spiel­ten Milch und Milch­pro­duk­ten laut der Studie eine entschei­dende Rolle.

Auch eine ganze Reihe neuerer Stu­dien u. a. von der Har­vard–Uni­ver­sität, aus Großbri­tan­nien und Frankre­ich stellen erstzunehmende Beziehun­gen zwis­chen Prostatakrebs, Milch und Kalz­ium her. (123) Begrün­det wird das damit:

  • Hohe Kalz­i­umkonzen­tra­tio­nen im Blut unter­drücken die Bil­dung von Vitamin-D.
  • Let­zteres ist notwendig für eine Dif­feren­zierung gesun­der Prostatazellen und trägt darüber hin­aus zur Ver­hin­derung von Zell­wucherun­gen bei.
  • Fehlt es, kann sich krankhaftes Zellwach­s­tum gegenüber dem gesun­den beschleunigen.

Über diesen Weg — Behin­derung der Vitamin-D-Symthese — kann hoher Kalz­i­umkon­sum, z. B. durch viele Milch­pro­dukte, zur Beschle­u­ni­gung des Tumorwach­s­tums bei Prostatakrebs beitra­gen. (124)

Das Euter der Kuh ist das der weib­lichen Brust entsprechende Organ.

Jane Plant äußert sich in diesem Sinne zu Brustkrebs wie folgt (124):

Wenn Brust­gewebe immer wieder in Flüs­sigkeit mit einem erhöhten Gehalt an einem Wach­s­tums­fak­tor gebadet wird, der von Natur aus eigentlich Per­so­nen weib­lichen Geschlechts in der Pubertät sig­nal­isiert, Brüste zu entwick­eln, und/oder die ein Hor­mon enthält, das von entschei­den­der Bedeu­tung für die Milch­pro­duk­tion bei Säugetieren ist, ist es da ein Wun­der, dass Zellen Fehler bege­hen, die zu Krebs führen?

Ist ein solcher Gedanke nicht naheliegend?

Kön­nte es nicht sein, dass der tägliche Kon­sum des Brust­sekrets einer art­frem­den Spezies dem weib­lichen Kör­per sig­nal­isiert: Wachse, pro­duziere Milch!  — Da die weib­lichen Brust­drüsen, ins­beson­dere nach der Menopause, keine Milch mehr pro­duzieren sollen, kön­nten sie kon­tinuier­lich durch die in der Milch vorhan­de­nen Hor­mone falsche Sig­nale bekom­men?

Eier­stock­krebs (Ovarial-Krebs)

Es wer­den regelmäßig Stu­dien veröf­fentlich, die bösar­tige Eierstock-Tumore mit Milchkon­sum in Verbindung brin­gen. Dieser Zusam­men­hang wird auch von neueren Stu­dien der Har­vard Med­ical School und dem Karolin­ska Insti­tut, Stock­holm bestätigt. Sie unter­mauern die These eines Zusam­men­hangs zwis­chen Milchzucker und Eierstock-Krebs.

Mor­bus Parkinson

Laut einer neueren Studie der Har­vard Uni­ver­sität ist das Risiko an Parkin­son zu erkranken für Män­ner, die täglich viele Milch­pro­dukte kon­sum­ieren erhe­blich höher als bei Män­nern, die weniger als ein­mal pro Tag Milch­pro­dukte nehmen. Neue Stu­dien haben den Zusam­men­hang Milch-Parkinson bestäti­gen. (125)

Autismus

Die Ursachen von Autismus im Kinde­salter sind nicht bekannt. Die Anzahl der betrof­fe­nen Kinder steigt ger­ade in den Indus­tri­es­taaten kon­tinuier­lich an.

Bekannt ist, dass eine milch– und/oder weizen­freie Ernährung meis­tens zu erhe­blichen Verbesserun­gen der Symp­tome führt, die sofort wieder auftreten, sobald die Diät aufgegeben wird.

Erk­lärt wird das gemein­hin damit, dass bei den Betrof­fe­nen neben den autis­tis­chen Symp­tomen meist auch Funk­tion­sstörun­gen des Darms zu beobachten sind, die zur Durch­läs­sigkeit der Darmwände für größere Eiweiß­par­tikel (Pep­tide) führen. Als Folge dessen wer­den viele dieser Pep­tide vor ihrer voll­ständi­gen Ver­dau­ung durch die Darmwand ins Blut geschleust, wo sie dann uner­wün­schte Wirkun­gen ent­fal­ten kön­nen. Bei Autismus und vielle­ich auch anderen Erkrankun­gen wie etwa Schiz­o­phre­nie, wer­den offen­sichtlich bei einem Teil der Patien­ten opi­oid („dem Opium ähnlich“) wirk­ende Pep­tide des Milchei­weißes Kasein und des Weizenei­weißes Gluten durch den Darm ins Blut aufgenommen.

Stu­dien haben entsprechend im Urin autis­tis­cher Kinder unnatür­lich hohe Konzen­tra­tio­nen dieser Sub­stanzen — die Kaso­mor­phine und Glu­teo­mor­phine genannt wer­den — fest­gestellt. (125f.)

Akne, Neu­ro­der­mi­tis

Es gibt unzäh­lige Berichte von Betrof­fe­nen, die ihre schw­eren Haut­prob­leme allein­durch das Mei­den von Aller­ge­nen in den Griff bekom­men und sogar geheilt haben. Trotz­dem tut das medi­zinis­che  Estab­lish­ment so, als seinen das Bar­fuß­dok­tor­eien nicht wirk­lich  ernstzunehmen.

Das Haup­tal­ler­gen ist in den meis­ten Fällen Milch, sodass sich die Betrof­fe­nen  allein durch eine milch­freie Diät von Kor­ti­son und Co ver­ab­schieden kön­nen. Zurück bleibt nur der Frust, warum Ärzte sie meist monate-  oder jahre­lang mit Cor­ti­son gequält hat­ten, obwohl eine aller­gen­freie Diät das Übel an der Wurzel gepackt hätte — ohne Neben­wirkun­gen. Im Inter­net sind viele Berichte von Betrof­fe­nen, die sich durch aller­gen und/oder milch­freie Ernährung selbst geheilt haben. (126)

Da sich auch die Har­vard Uni­ver­sität neuerd­ings diesem Thema gewid­met hat, dür­fen die Betrof­fe­nen jetzt auch offizielle davon aus­ge­hen, dass tat­säch­lich ein Zusam­me­hang zwis­chen Akne und Milchkon­sum besteht. (127)

Rheumatide Arthri­tis

Auch hier haben viele Betrof­fene die Erfahrung gemacht, dass aller­gen­freie Ernährung die Symp­tome ver­schwinden lässt oder zumin­d­est mildert. Auch hier gehören Milch und Milch­pro­dukte zu den Hauptallergenen.

Wer seine Arthri­tis mit aller­gen­freier Ernährung behan­delt, kann sich mit­tler­weile auch auf wis­senschaftliche Forschung beruhen, denn  es wurde eine von den Wis­senschaftlern selbst als bahn­brechend beze­ich­nete Ent­deck­ung gemacht:

In den Entzün­dung­sh­er­den befal­l­ener Gelenke wurde His­t­a­min gefun­den — der Stoff, den die Zellen des Immun­sys­tems bei akuten aller­gis­chen Reak­tio­nen ausschütten.

Darüber hin­aus weisen viele Betrof­fene Antikör­per gegen bes­timmte Nahrungsmit­tel — meist Milchei­weiße — auf.

ADS und ADHS

Alle Fach­leute sind sich einig, dass das Aufmerk­samkeits–Defizit–Syndrom (ADHS) auch mit der Ernährung zusammenhängt.

Darum lohnt es sich ganz beson­derns bei diesem Syn­drom neben son­sti­gen aller­ge­nen Nahrungsmit­teln auch das Weglassen von Grund­nahrungsmit­teln (wird am meis­ten verzehrt) wie Getrei­de­pro­dukte (Gluten) und Milch­pro­dukte (Milchei­weiße) zu testen. In den meis­ten Fällen verbessert beson­ders das Weglassen von Getreide-  und/oder  Milch­pro­duk­ten die Symp­tome, sodass den Kindern die aggres­siven Psy­chophar­maka erp­sart bleiben kon­nen. (127f.)

Wenn man sich mal bewusst macht, dass die Kinder sich heutzu­tage haupt­säch­lich von Nudeln, Pizza, Burg­ern, Würstchen, Milch-/Schokodrinks und Schoko­riegeln, Pud­ding, Eis und Joghurts leben, alles außeror­dentlich gluten-  und milchei­weißhaltig, der darf sich ein­fach nicht wun­dern, dass darauf auf län­gere Sicht Unverträglichkeiten entste­hen müssen, die Hyper­ak­tiv­ität und schlim­meres aus­lösen. (127) Vielmehr sollte man sich wun­dern, wenn nichts passiert…

Allergien im west-ostdeutschen Vergleich

In der ehe­ma­li­gen DDR waren aller­gis­che Erkrankun­gen  sehr viel sel­tener als im Westen der Repub­lik. Inter­es­san­ter­weise sind sie inner­halb weniger Jahre nach der Vere­ini­gung — bei dauernd abnehmender Luftver­schmutzung und sich gle­ichzeitig angle­ichen­den Ernährungs­ge­wohn­heiten — explo­sion­sar­tig angestiegen.

Als Erk­lärung kommt — da Luft und Schmutz zumin­d­est als Allein­verur­sacher auss­chei­den — ein anderer Umwelt­fak­tor in Frage, die Ernährung. Denn Nahrung ist neben Luft der dauer­hafteste und stärk­ste Umwel­te­in­fluss.

Diese Tat­sache ist aber in Poli­tik, Wis­senschaft und Wirtschaft so unge­fähr das Let­zte, was man öffentlich zur Ken­nt­nis nehmen möchte. Und darum wer­den auch die Fra­gen, welche Nahrungsmit­tel denn Hauptverur­sacher von Allergien und son­sti­gen Krankheiten sein kön­nten, gar nicht erst gestellt — vom mas­siv unter­schiedlichen Milchkon­sum in der Ver­gan­gen­heit bei­der deutscher Staaten ganz zu schweigen.

Was in der ehe­ma­li­gen DDR von den weni­gen noch zu jener Zeit prak­tizieren­den Aller­golo­gen bestätigt wird — dass näm­lich Nahrungsmit­tel mit hoher Wahrschein­lichkeit auss­chlaggebende Fak­toren sind, wird ignori­ert oder als möglichst neben­säch­lich abgetan.

Neben der „Hygiene/Horttheorie“ (die Kinder in der DDR hat­ten deshalb kaum Allergien, weil ihr Immun­sys­tem durch den frühen Krip­pe­naufen­thalt geschult wurde. Das war in Skan­di­navien eben­falls so, den­noch lag die Allergiean­fäl­ligkeit der Kinder dort höher als in West­deutsch­land.) brachte man neuerd­ings die „Hofthe­o­rie“ ins Spiel. Sie besagt, dass Kindern, die in bäuer­lichen Betrieben aufwach­sen weniger Allergien haben als Stadtkinder. (128)

Auch hier wer­den Lebens­mit­tel in der Diskus­sion wieder aus­ge­blendet und stattdessen auf die stärkere Immunab­wehr der Bauern­hofkinder gegen son­stige Umwelt­fak­toren hingewiesen.

Und auch diese The­o­rie ist nicht ern­stzunehmen, weil am Ende der Welt — in Aus­tralien — das Umgekehrte gilt. Dor­tige Wis­senschaftler haben näm­lich fest­gestellt, dass es einen Zusam­men­hang zwis­chen Heuschnupfen und Joghurtkon­sum bzw. atopis­chem Ekzem und Rohmilchkon­sum gibt. Außer­dem lei­den neuseeländis­che Kinder auf Far­men viel öfter  unter Allergien als städtis­che. (129)

6.
S. 239

Ich fasse zusammen:

  1. der Men­sch ist das einzige Säugetier, das auch nach der Saug­pe­ri­ode art­fremde Milch zu sich nimmt.
  2. Milch und Milch­pro­dukte haben zwar viel Kalz­ium, aber auch viel Eiweiß; let­zteres führt zu hohem Kalz­i­umver­lust durch den Urin.
  3. Milch­pro­dukte enthal­ten im Ver­gle­ich zu Kalz­ium sehr wenig Mag­né­sium, so kann nur wenig des aus Milch und Milch­pro­duk­ten aufgenomme­nen Kalz­i­ums ver­w­ertet werden.
  4. Dauern­der Eiweißüber­schuss zusam­men mit einem nicht adäquaten Kalz­i­u­mange­bot aus der Nahrung führt zu Kalz­i­u­mentleerung der Knochen.
  5. In pflan­zlichen Pro­duk­ten ist das Kalzium-Magnesium-Verhältnisideal. Man nimmt weniger Eiweiß zu sich und zugle­ich ist genug Kalz­ium vorhan­den, um ent­standene Säuren zu neu­tral­isieren, sodass es zu keiner Übersäuerung des Organ­is­mus kommt und nicht auf Kalz­ium aus den Knochen zurück­ge­grif­fen wer­den muss.
  6. Milch macht dick.
  7. Erwach­sene pro­duzieren nur eine geringe Menge des Enzyms Lak­tase, dass die Lak­tose spal­tet, sodass der Kör­per es ver­w­erten kann. Auch das bei Kleinkindern noch vorhan­dene spezielle Enzym zur Kaseinspal­tung, die Chy­mase, ist im Erwach­se­nenal­ter nicht mehr vorhan­den. Die Milch bzw. Milch­pro­dukte passieren nur hal­b­ver­daut den Darm und damit auch das an sie gebun­dene Kalz­ium. Wir kön­nen also nur einen Bruchteil des in der Milch enthal­te­nen Kalz­i­ums überhaupt ver­w­erten.
  8. Lak­tase­man­gel hemmt bei den Betrof­fe­nen (etwa 15 % der hiesi­gen Bevölkerung — zum Ver­gle­ich: nur 3 % der Bevölkerung leben veg­e­tarisch), solange sie Milch­pro­dukte essen, die Kalz­i­um­re­sorp­tion, die Folge ist chro­nis­cher Kalz­i­um­man­gel.
  9. Kaseine sind die häu­fig­sten Verur­sacher von Nahrungsmit­te­lal­lergien.
  10. Die Keim­flora der maschinell gewonnenen Milch wird von Fäul­nis­bak­te­rien dominiert.
  11. Milch hat viele gesät­tigte Fettsäuren.
  12. In der Milch finden sich Antibi­otika und Hor­mone, Pes­tizide, Her­bizide, Rück­stän­de von Desin­fek­tion­s­mit­teln (vor allem Chlo­ro­form) und Schad­stoffe wie Schw­er­met­alle und PCB.
  13. Bei Allergik­ern fast aller Art und Hauterkrank­ten findet man häu­fig bere­its nach 1 – 2 Wochen milchei­weißfreier Ernährung Besserung.
  14. Neueste Stu­dien ver­schiedener Län­der haben einen Zusam­men­hang zwis­chen Milch-/ pro­duk­ten und Zivil­i­sa­tion­skrankheiten (Akne, Dia­betes, Mul­ti­ple Sklerose, Neu­dro­der­mi­tis, Arthri­tis, ADHS, Brsutkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Eierstock-Krebs, Mor­bus Parkin­son) festgestellt.
  15. Zivil­i­sa­tion­skrankheiten sind in Län­dern ohne (oder einem sehr gerin­gen) Milch-/produktekonsum prak­tisch unbekannt.

So kon­tro­vers epi­demi­ol­o­gis­che Stu­dien zu disku­tieren sein mögen, sie zeigen zumin­d­est Trends an, die die Wis­senschaft — wie im Falle von Dia­betes und Mul­ti­pler Sklerose bere­its geschehen — ver­an­lassen müsste, weit­ere Forschun­gen zu betreiben. Es han­delt sich nicht um hand­feste Beweise, nur um Ten­den­zen, die aber zum Nach­denken anre­gen kön­nen und sollen.

Danksagung

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.
Sie haben meine Phan­tasie beflügelt.

Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen woll­ten.
Sie haben mich den Wert der Frei­heit gelehrt.

Ich danke allen, die mich bel­o­gen haben.
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben.
Sie haben mir zuge­mutet, Berge zu versetzen.

Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben.
Sie haben meinen Trotz geschürt.

Ich danke allen, die mich ver­lassen haben.
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke allen, die mich ver­raten und miss­braucht haben.
Sie haben mich erwach­sen wer­den lassen.

Ich danke allen, die mich ver­letzt haben.
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben.
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Ich danke allen, die mich ver­wirrt haben.
Sie haben mir meinen Stand­punkt klar gemacht.

Vor allem aber danke ich all denen,
die mich lieben, so wie ich bin.
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.

(Paulo Coelho)